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Magnesium wann einnehmen: morgens, abends oder verteilt?

Die Frage nach der richtigen Tageszeit hat eine unerwartete Antwort: Über die Aufnahme entscheidet die Menge, die auf einmal im Darm ankommt, und nicht die Uhr. Was am Menschen dazu gemessen wurde, welchen Abstand eine deutsche Gebrauchsinformation zu anderen Arzneimitteln verlangt und welche Angaben zu Magnesium überhaupt zugelassen sind.

Clara Lambracht
Clara Lambracht
Ernährungsexpertin
· 14 Min. Lesezeit ·akt. 17. Oktober 2026
Zwei kleine Steingutschalen mit Kürbiskernen und Haferflocken auf einem abgenutzten Eichenbrett, daneben ein Wasserglas im weichen Vormittagslicht
Worum es hier geht

Magnesium ist ein Mineralstoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann und den er deshalb über Essen, Trinkwasser oder ein Präparat bekommt. Der größte Teil des Bestands steckt in Knochen und Muskulatur, und nur ein kleiner Anteil ist im Blut unterwegs, weshalb eine Blutprobe immer nur diesen Ausschnitt zeigt. Ein niedriges Ergebnis spricht dafür, dass im Blut gerade wenig davon zirkuliert, während ein Ergebnis innerhalb des Laborbereichs über den Vorrat in Knochen und Muskeln wenig aussagt. Gemessen wird aus einer Blutprobe, üblicherweise im Serum und in Millimol je Liter.

Die Uhrzeit entscheidet bei Magnesium weniger als die Menge, die auf einmal im Darm ankommt. In einer Untersuchung am Menschen sank der aufgenommene Anteil von 65 Prozent bei der kleinsten Gabe auf 11 Prozent bei der größten, und das bei derselben Mahlzeit und denselben Teilnehmenden. Genau darauf beruht die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, die Tagesmenge aus einem Präparat auf mindestens zwei Einnahmen zu verteilen, statt sie in einem Zug zu nehmen. Wer sich zwischen Frühstück und Bettkante entscheidet, beantwortet damit die kleinere der beiden Fragen, denn die einzelne große Portion am Abend gibt einen Teil ungenutzt weiter, gleichgültig wie spät sie genommen wird. Was sich tatsächlich beeinflussen lässt, sind die Menge pro Einnahme und der Abstand zu anderen Präparaten und Arzneimitteln, und bei Letzterem steht als einzigem Punkt dieses Themas eine Stundenzahl geschrieben.

Wann sollte man Magnesium einnehmen: morgens oder abends?

Für die Aufnahme im Darm gibt es keine belegte beste Tageszeit, und die verbreitete Empfehlung für den Abend stammt aus der erhofften Wirkung und nicht aus Aufnahmedaten. Bei anderen Nährstoffen und Laborwerten ist ein Tagesrhythmus gut beschrieben, beim Zink im Serum etwa fallen die Ergebnisse am Nachmittag messbar niedriger aus als am Vormittag. Für die Menge Magnesium, die aus einer Portion tatsächlich in den Körper übergeht, existiert eine solche Kurve über den Tag nicht.

Damit bleibt für die Uhrzeit ein Argument übrig, und es ist ein praktisches: Eine Einnahme, die an eine feste Gewohnheit gekoppelt ist, wird über Wochen zuverlässiger eingehalten als eine, die jeden Tag neu eingeplant werden muss. Ob diese Gewohnheit am Frühstückstisch oder am Abend liegt, ist für die Aufnahme gleichgültig und für das Durchhalten entscheidend. Genau deshalb sind beide Antworten auf die Ausgangsfrage vertretbar, solange die Einnahme regelmäßig stattfindet.

Die Frage selbst hat allerdings eine Voraussetzung, die selten geprüft wird: Sie unterstellt, dass die Tagesmenge in einem einzigen Moment genommen wird. Sobald die Menge auf zwei Zeitpunkte verteilt wird, löst sich das Entweder-oder auf, und aus der Frage nach der Uhrzeit wird eine Frage nach dem Abstand zwischen zwei Portionen.

Praktisch bringt diese Antwort eine neue Schwierigkeit mit, und sie ist der Grund, warum viele Menschen doch wieder bei einer einzigen Einnahme landen: Ein zweiter Termin ohne festen Anker geht im Alltag unter. Bewährt hat sich deshalb, die beiden Einnahmen an zwei Mahlzeiten zu hängen, die ohnehin jeden Tag stattfinden, statt sich zwei Uhrzeiten vorzunehmen. Welche zwei Mahlzeiten es sind, ist für die Aufnahme wiederum gleichgültig, und damit ist die Ausgangsfrage an der Stelle beantwortet, an der sie sich beantworten lässt.

Warum entscheidet die Menge pro Einnahme mehr als die Uhrzeit?

Weil der aufgenommene Anteil mit der Portionsgröße fällt, und zwar deutlich. Die genaueste Messung dazu stammt aus einer Arbeit am Baylor University Medical Center in Dallas, die 1991 im Journal of Clinical Investigation erschien. Gesunde Teilnehmende erhielten eine Standardmahlzeit, zu der zusätzlich 0, 10, 20, 40 oder 80 Milliäquivalent Magnesium als Acetat kamen, wobei die größte dieser Gaben knapp einem Gramm Magnesium entspricht und die kleinste etwa 121 Milligramm.

Die aufgenommene absolute Menge stieg mit jeder Stufe an, der aufgenommene Anteil sank dabei aber fortlaufend, von 65 Prozent bei der niedrigsten Zufuhr auf 11 Prozent bei der höchsten. Der Zusammenhang verläuft also nicht gerade, sondern gekrümmt, und die Autoren beschreiben ihn mit zwei parallel arbeitenden Wegen: Der eine erreicht ein Aufnahmemaximum und ist bei einer großen Portion ausgelastet, der andere nimmt ohne Grenze einen festen Anteil von 7 Prozent der zugeführten Menge auf. Wer eine große Portion nimmt, verschiebt damit einen wachsenden Teil auf den zweiten Weg, und dieser Weg ist der schlechtere.

Dasselbe Muster steht in den amerikanischen Referenzwerten für Magnesium. Aus einer üblichen Mischkost wird dort eine Netto-Aufnahme von etwa 50 Prozent der zugeführten Menge angegeben, bei einer Zufuhr von 550 bis 850 Milligramm am Tag sinkt sie auf 15 bis 36 Prozent. Der Rechenweg dahinter ist unspektakulär und lohnt sich trotzdem: Zwei Portionen von je 125 Milligramm bewegen sich in dem Bereich, in dem der aufgenommene Anteil hoch ist, während eine einzelne Portion von 250 Milligramm bereits weiter auf der abfallenden Kurve liegt. Aufgenommen wird in beiden Fällen etwas, aber nicht derselbe Anteil.

Was empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung zur Einnahme?

Es empfiehlt ausdrücklich, die Tagesmenge auf mindestens zwei Einnahmen zu verteilen, und begründet das mit der Datenlage, auf der die eigene Höchstmenge beruht. In der Stellungnahme 034/2017 vom 12. Dezember 2017 nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine empfohlene Tageshöchstmenge von 250 Milligramm Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln, gültig für Personen ab vier Jahren. Denselben Wert hatte der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU bereits 2001 abgeleitet.

Der Grund für die Aufteilung steht direkt daneben und ist der aufschlussreichste Teil der Empfehlung. In den meisten Untersuchungen, aus denen die Höchstmenge abgeleitet wurde, erfolgte die Zufuhr über zwei oder mehr Portionen am Tag, sodass die Verträglichkeit auch nur für diese Art der Einnahme belegt ist. Bis zu dieser zusätzlichen Menge wurden abführende Wirkungen nicht beobachtet, während eine überhöhte Zufuhr zu Durchfällen führen kann, die sich nach den ausgewerteten Daten innerhalb von einem bis zwei Tagen zurückbilden.

Neben der Höchstmenge steht der Bedarf, und die beiden sind leicht zu verwechseln. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt für Erwachsene Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr von 300 Milligramm am Tag für Frauen und 350 Milligramm am Tag für Männer, in der dritten Auflage ihrer Referenzwerte mit Stand September 2025. Diese Werte beziehen sich auf die gesamte Zufuhr aus allen Quellen und damit in erster Linie auf das Essen, während die Höchstmenge nur den Anteil aus Präparaten betrifft. Wie sich eine knappe Versorgung äußert, welche Ursachen dahinterstehen und welche Wege es gibt, führt unsere Seite zum Magnesiummangel mit seinen Symptomen und Ursachen aus.

Was darf Magnesium laut europäischer Liste überhaupt beitragen?

Zugelassen sind zehn Angaben, und sie beschreiben ausnahmslos Beiträge zu normalen Abläufen im Körper. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Magnesium trägt zur normalen psychischen Funktion bei. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Für den Salzhaushalt lautet die zugelassene Fassung: Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei. Magnesium trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei. Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei. Magnesium hat eine Funktion bei der Zellteilung.

Diese Liste ist für die Ausgangsfrage aus einem Grund lesenswert, der auf den ersten Blick nicht auffällt. Keine der zehn Fassungen nennt den Schlaf, das Einschlafen oder die nächtliche Ruhe, und keine nennt einen Krampf. Die Angaben sind außerdem an keine Tageszeit gebunden, denn ein Beitrag zu einem normalen Ablauf beschreibt einen Zustand über Wochen und nicht ein Ereignis in der Stunde nach der Einnahme.

Für den Zusammenhang mit nächtlichen Wadenkrämpfen ist die Studienlage der ehrlichere Maßstab als jede Empfehlung, und sie fällt schmaler aus, als die Verbreitung des Themas vermuten lässt. Was dazu untersucht wurde und was die Auswertungen ergeben haben, steht in unserem Artikel zu Magnesium und Wadenkrämpfen. Für die Einnahmezeit folgt daraus nichts: Wer den Abend wählt, tut das aus Gewohnheit, und diese Begründung ist völlig ausreichend.

Spielt es eine Rolle, ob Magnesium zu einer Mahlzeit kommt?

Für die Mahlzeit selbst gibt es keine belegte Regel in eine der beiden Richtungen, wohl aber für das, was gleichzeitig sonst noch dazukommt. Die Aufnahme läuft über den gesamten Verdauungstrakt, mit dem Schwerpunkt im hinteren Abschnitt des Dünndarms, und sie passt sich der Zufuhr an: Bei knapper Zufuhr steigt der aufgenommene Anteil, bei reichlicher sinkt er. Diese Anpassung arbeitet über Tage und nicht über Stunden, weshalb sie durch die Wahl der Uhrzeit nicht zu beeinflussen ist.

Praktisch wichtiger ist der Abstand zu anderen Präparaten. Beobachtet wurde ein niedrigerer aufgenommener Magnesiumanteil, wenn Präparate mit Calcium, Eisen, Kupfer oder Zink in größeren Mengen im selben Moment dazukamen. Wer mehrere Mineralstoffe einnimmt, hat damit einen zweiten guten Grund, die Einnahmen über den Tag zu verteilen, statt sie zu einem Zeitpunkt zu bündeln. Für Calcium aus dem Essen gilt diese Überlegung so nicht, denn dort geht es um andere Größenordnungen als in einem Präparat, und welche Mengen aus welchen Lebensmitteln tatsächlich übergehen, beschreibt unser Artikel zu Calcium in Lebensmitteln.

Bleibt die Frage nach den Begleitstoffen im Essen, und dazu gibt es einen Hinweis aus einer geprüften Quelle. Die Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Magnesium-Arzneimittels hält fest, dass beim Verzehr von viel Eiweiß die Aufnahme und die Bereitstellung des Mineralstoffs für den Körper erschwert sind, und leitet daraus eine ausgewogene Kost während der Anwendung ab. Darüber hinaus ist der Einfluss einzelner Bestandteile einer Mahlzeit für Magnesium weit weniger klar beschrieben als etwa beim Eisen, und die Zahlen der Referenzwerte beziehen sich auf gemischte Kost und nicht auf einzelne Kombinationen. Ob die Portion vor, zu oder nach dem Essen kommt, hat damit nach der vorliegenden Literatur keine belegte Antwort, während die Frage nach der Menge pro Einnahme eine hat.

Welcher Abstand gilt zu anderen Arzneimitteln?

Eine geprüfte Gebrauchsinformation nennt dafür 2 bis 3 Stunden, und das ist die einzige Stundenzahl des ganzen Themas, die nicht aus einer Studie stammt, sondern aus einer Zulassung. Magnesium ist in Deutschland nämlich nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel im Handel, sondern auch als Arzneimittel, und ein Arzneimittel trägt eine behördlich geprüfte Gebrauchsinformation. Die von Magnesium 100 mg JENAPHARM mit Stand Januar 2023 nennt diesen Abstand zwischen der Einnahme des Präparats und anderen Arzneimitteln, um mögliche Wechselwirkungen zu verhindern, und sie rät dazu, die gleichzeitige Einnahme nach Möglichkeit zu vermeiden.

Für zwei Stoffgruppen verschärft dieselbe Gebrauchsinformation ihre Formulierung. Bei Fluoriden und bei Tetrazyklinen muss der zeitliche Abstand von 2 bis 3 Stunden nach ihrem Wortlaut unbedingt eingehalten werden, während er sonst als Vorsichtsmaßnahme formuliert ist. Für eine zusätzliche Zufuhr von Eisen hält sie außerdem fest, dass dessen Aufnahme bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium gestört sein kann, womit die Beobachtung aus dem vorigen Abschnitt auch auf der Arzneimittelseite auftaucht.

Für die Ausgangsfrage ist das die Stelle, an der der Zeitpunkt doch zählt, nur anders als gedacht. Nicht der Stand der Sonne entscheidet, sondern der Abstand zu dem, was sonst noch eingenommen wird, und dieser Abstand lässt sich nur planen, wenn die übrigen Einnahmezeiten des Tages bekannt sind. Wer morgens bereits etwas anderes nimmt, hat damit ein sachliches Argument für den Abend, und es ist das einzige belastbare Zeitargument in diesem Artikel.

Maßgeblich ist dabei immer die Gebrauchsinformation des eigenen Präparats, denn die Angaben unterscheiden sich zwischen Herstellern und zwischen Darreichungsformen. Welche Mittel zusammenkommen und welcher Abstand dazwischen sinnvoll ist, klärt die ärztliche Praxis oder die Apotheke, und zwar mit Blick auf die vollständige Liste und nicht auf einen einzelnen Mineralstoff.

Gilt die Aufteilung auch für Magnesium aus dem Essen?

Dort gilt sie ebenfalls, nur muss sich niemand darum kümmern, weil sie sich von selbst ergibt. Eine gemischte Ernährung liefert den Mineralstoff über Frühstück, Mittag- und Abendessen verteilt, in Portionen, die einzeln deutlich unter der Tagesmenge liegen. Genau unter diesen Bedingungen wurde auch die Netto-Aufnahme von etwa 50 Prozent aus üblicher Kost bestimmt, und sie ist damit kein Idealwert aus dem Versuchsaufbau, sondern der Alltagsfall.

Die Aufteilung ist damit keine Technik, die man dem Körper zusätzlich beibringt, sondern der Normalzustand, aus dem ein Präparat herausfällt: Eine Tablette bündelt in einem einzigen Moment eine Menge, die über den Tag verteilt gar nicht in dieser Konzentration vorkäme. Mineralwasser gehört bei dieser Rechnung mit dazu und wird häufig übersehen, weil es als Getränk und nicht als Zufuhrquelle wahrgenommen wird.

Was passiert mit dem Teil, den der Körper nicht aufnimmt?

Er verlässt den Körper wieder, und die Nieren erledigen dabei die Feinarbeit. Magnesium wird in den Nieren gefiltert und anschließend zurückgeholt oder ausgeschieden, eine aktive Ausscheidung in die Harnkanälchen gibt es nicht. Etwa 65 Prozent der gefilterten Menge werden in der Henle-Schleife zurückgeholt und 20 bis 30 Prozent im vorderen Abschnitt des Nierenkanälchens, sodass am Ende nur ein kleiner Rest im Urin landet.

Wie genau diese Regelung arbeitet, zeigt ein Versuchsaufbau mit gezielt knapper Zufuhr. Unter diesen Bedingungen fiel die im Urin ausgeschiedene Menge beim Menschen innerhalb von drei bis vier Tagen auf unter 20 Milligramm am Tag ab, der Körper hielt das Vorhandene also fest, sobald weniger nachkam. In die andere Richtung funktioniert dasselbe: Kommt mehr an, als gebraucht wird, geht der Überschuss über den Urin ab.

Für die Ausgangsfrage ist das der eigentliche Grund, warum die Uhrzeit so wenig hergibt: Eine einzelne Einnahme ist in dieser Regelung ein kleiner Ausschlag, den die Nieren innerhalb desselben Tages wieder ausgleichen.

Unterscheiden sich die Magnesiumverbindungen in der Aufnahme?

Nach der vorliegenden Übersichtsarbeit ja, allerdings weniger dramatisch, als die Auswahl im Regal nahelegt. Eine systematische Übersicht von 2021 sichtete 433 Untersuchungen und nahm 14 davon in die Auswertung auf. Sie berichtet, dass anorganische Verbindungen wie das Oxid weniger gut verfügbar erscheinen als organische wie Citrat oder Malat, und sie bestätigt für alle Formen dasselbe Muster, das schon die Arbeit von 1991 zeigt: Der aufgenommene Prozentsatz hängt von der Menge ab.

Der praktisch wichtigste Satz dieser Arbeit betrifft dann aber alle geprüften Formen gleichermaßen. Bei gesunden Menschen ohne vorherige Lücke konnten sie die körpereigenen Werte halten, und für ältere Menschen, für Erkrankte und für bereits niedrige Ausgangswerte lässt sich das nach der Übersicht nicht in gleicher Weise sagen. Übersetzt heißt das: Die Wahl der Verbindung entscheidet bei einer normalen Versorgungslage deutlich weniger als die Frage, ob überhaupt eine Lücke besteht. Offen bleibt nach dieser Arbeit außerdem, wie gut sich die einzelnen Formen untereinander vergleichen lassen, denn die aufgenommenen Untersuchungen arbeiteten mit unterschiedlichen Methoden und Messgrößen. Wer eine Rangliste der Verbindungen sucht, findet in der vorliegenden Literatur also weniger Festes, als die Auslobungen auf den Packungen nahelegen. Welche Form wie viel Mineralstoff mitbringt und an welcher Stelle Gehalt und Aufnahme gegeneinanderlaufen, vergleicht unser Artikel dazu, welches Magnesium am besten ist.

Die Verträglichkeit ist der zweite Unterschied, und er ist für die Einnahmezeit relevanter als die Verfügbarkeit. Da eine überhöhte Zufuhr zu weichem Stuhl führen kann und diese Grenze bei einer großen Einzelportion früher erreicht wird als bei zwei kleineren, arbeitet die Aufteilung auf zwei Zeitpunkte in dieselbe Richtung wie die Aufnahme.

Warum beantwortet der Blutwert die Frage nach der Einnahmezeit nicht?

Weil er den Bestand nicht abbildet, den die Einnahme verändern soll. Außerhalb der Zellen liegt lediglich etwa 1 Prozent des körpereigenen Magnesiums, der weit größere Teil steckt in Knochen und Muskulatur, und der Serumwert ist als verlässlicher Anzeiger für den Gesamtbestand nicht bestätigt. Ein Ergebnis innerhalb des Laborbereichs schließt eine knappe Versorgung deshalb nicht aus.

Dazu kommt die Regelung über die Nieren, die genau diesen Wert stabil hält, solange sie es kann. Ein Ergebnis beschreibt damit den Moment der Blutentnahme und nicht die Wirkung einer Einnahmegewohnheit der letzten Wochen. Wer nach einer Einnahmephase erneut messen lässt und eine unveränderte Zahl vor sich hat, hat daraus keine Auskunft über den Vorrat gewonnen. Welche Störgrößen den Wert im Röhrchen zusätzlich verschieben und welche weiterführenden Verfahren es gibt, führt unser Artikel zum Magnesium-Blutwert im Einzelnen aus.

Nützlich ist die Messung damit vor allem am Anfang und nicht als Erfolgskontrolle. Ein Ausgangswert vor der ersten Einnahme ist die einzige Zahl, die später einen Vergleich erlaubt, und ein Präparat verschiebt genau das, was danach gemessen wird. Wer ohnehin vorhat, etwas einzunehmen, lässt die Werte deshalb vorher bestimmen.

Was sich daraus für die eigene Einnahme ergibt

Von den vier Punkten, um die sich die Frage nach der Einnahmezeit dreht, ist einer belegt und beeinflussbar, einer festgeschrieben, einer eine Sache der Gewohnheit und einer eine Verwechslung. Festgeschrieben ist der Abstand von 2 bis 3 Stunden zu anderen Arzneimitteln, den die geprüfte Gebrauchsinformation nennt und der sich im Tagesablauf einplanen lässt. Beeinflussbar ist die Menge pro Einnahme, denn der aufgenommene Anteil fällt mit der Portionsgröße von 65 auf 11 Prozent, und das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt aus der Verträglichkeitsseite dieselbe Richtung mit mindestens zwei Einnahmen am Tag. Sache der Gewohnheit ist die Uhrzeit, und die beste ist diejenige, die über Wochen eingehalten wird. Die Verwechslung betrifft den Bedarf und die Höchstmenge, die zwei verschiedene Zahlen für zwei verschiedene Dinge sind.

Was daneben oft untergeht, ist die Frage, ob eine Einnahme überhaupt das Naheliegende ist. Die Schätzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beziehen sich auf die gesamte Zufuhr, und der Löwenanteil kommt bei den meisten Menschen aus dem Essen. Ein Präparat beantwortet eine Lücke, und ob eine besteht, entscheidet sich an der Ernährung, an der Vorgeschichte und gegebenenfalls an einem Befund, nicht an der Uhrzeit der Einnahme.

Wer die eigenen Beobachtungen vor einem Praxistermin sortieren möchte, findet in unserem Selbsttest zu den acht häufigsten Nährstoffen eine erste Einordnung, die das Gespräch vorbereitet und keine Messung ersetzt. Über Mengen entscheidet ohnehin die ärztliche Praxis, und zwar mit Blick auf die Vorgeschichte, die eingenommenen Präparate und die übrigen Werte auf dem Befund. Was die Einnahme betrifft, bleibt am Ende eine Regel, die kürzer ist als die Diskussion darüber: Zwei kleinere Portionen sind der besseren Aufnahme näher als eine große, und wann am Tag sie liegen, darf der eigene Tagesablauf entscheiden.

Wichtiger Hinweis
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Beschwerden ist die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll, bevor du dosierst.

Häufige Fragen

Wann sollte man Magnesium einnehmen?
Für die Aufnahme im Darm ist nicht die Uhrzeit maßgeblich, sondern die Menge, die auf einmal ankommt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, die Tagesmenge aus einem Präparat auf mindestens zwei Einnahmen zu verteilen. Festgeschrieben ist im Tagesablauf nur eines: Die Gebrauchsinformation eines in Deutschland zugelassenen Magnesium-Arzneimittels nennt einen Abstand von 2 bis 3 Stunden zu anderen Arzneimitteln. Welche zwei Gelegenheiten am Tag es sind, darf der eigene Tagesablauf entscheiden, denn eine Einnahme an einer festen Gewohnheit wird über Wochen zuverlässiger eingehalten.
Welchen Abstand braucht Magnesium zu anderen Arzneimitteln?
Die Gebrauchsinformation von Magnesium 100 mg JENAPHARM mit Stand Januar 2023 nennt einen Abstand von 2 bis 3 Stunden zwischen der Einnahme des Präparats und anderen Arzneimitteln und bezeichnet diesen Abstand bei Fluoriden und Tetrazyklinen als unbedingt einzuhalten. Für eine zusätzliche Eisentherapie weist sie darauf hin, dass die Aufnahme von Eisen bei gleichzeitiger Einnahme gestört sein kann. Maßgeblich ist immer die Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats, und die Abstimmung gehört in die ärztliche Praxis oder in die Apotheke.
Ist es besser, Magnesium morgens oder abends einzunehmen?
Für die Aufnahme im Darm gibt es keine belegte beste Tageszeit, und keine der zugelassenen Angaben zu Magnesium nennt eine Uhrzeit oder den Schlaf. Was sich in Untersuchungen am Menschen dagegen deutlich zeigt, ist der Einfluss der Portionsgröße: Der aufgenommene Anteil sank von 65 Prozent bei der kleinsten geprüften Gabe auf 11 Prozent bei der größten. Die Frage nach der Uhrzeit ist damit vor allem eine Frage der Gewohnheit, während die Menge pro Einnahme den messbaren Unterschied macht.
Warum wird Magnesium so oft für den Abend empfohlen?
Die Empfehlung stammt aus der erhofften Wirkung und nicht aus Aufnahmedaten. In der europäischen Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben stehen für Magnesium zehn Fassungen, und keine davon nennt den Schlaf, das Einschlafen oder die nächtliche Ruhe. Zugelassen sind Beiträge zu normalen Abläufen wie der Muskelfunktion, dem Nervensystem oder dem Elektrolytgleichgewicht, und diese Beiträge sind an keine Tageszeit gebunden.
Wie viel Magnesium darf in einem Nahrungsergänzungsmittel stecken?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt in seiner Stellungnahme 034/2017 vom 12. Dezember 2017 eine empfohlene Tageshöchstmenge von 250 Milligramm für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln, und zwar für Personen ab vier Jahren. Denselben Wert hatte der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU bereits 2001 abgeleitet. Bis zu dieser zusätzlichen Menge wurden in den ausgewerteten Untersuchungen keine abführenden Wirkungen beobachtet.
Sollte man Magnesium morgens oder abends zu einer Mahlzeit nehmen?
Die Aufnahme läuft über den gesamten Darm mit einem Schwerpunkt im hinteren Dünndarm, und aus einer üblichen Mischkost wird nach den amerikanischen Referenzwerten etwa die Hälfte der zugeführten Menge aufgenommen. Für die Mahlzeit selbst gibt es keine belegte Regel in eine der beiden Richtungen. Beobachtet wurde ein niedrigerer aufgenommener Anteil, wenn Präparate mit Calcium, Eisen, Kupfer oder Zink in größeren Mengen im selben Moment dazukamen, weshalb ein Abstand zwischen solchen Präparaten der praktisch wichtigere Punkt ist.
Warum sinkt der aufgenommene Anteil bei einer größeren Menge?
Weil zwei Wege parallel arbeiten und nur einer davon unbegrenzt ist. Der eine Weg erreicht ein Maximum und ist bei einer großen Menge ausgelastet, der andere nimmt unabhängig von der Menge einen festen Anteil von etwa 7 Prozent auf. Je größer die einzelne Portion, desto mehr entfällt auf den zweiten Weg, und desto kleiner wird der Anteil am Ganzen. In Zahlen sank er von 65 Prozent bei der kleinsten auf 11 Prozent bei der größten geprüften Gabe.
Welche Magnesiumverbindung wird am besten aufgenommen?
Eine systematische Übersichtsarbeit von 2021 sichtete 433 Untersuchungen und nahm 14 davon auf. Sie berichtet, dass anorganische Verbindungen weniger gut verfügbar erscheinen als organische und dass der aufgenommene Prozentsatz von der Menge abhängt. Ihr praktisch wichtigster Satz betrifft aber alle geprüften Formen gleichermaßen: Bei gesunden Menschen ohne vorherige Lücke konnten sie die körpereigenen Werte halten, und für ältere Menschen, für Erkrankte und für bereits niedrige Ausgangswerte lässt sich das nach der Arbeit nicht in gleicher Weise sagen.
Zeigt der Magnesium-Blutwert, ob die Einnahme etwas gebracht hat?
Nur eingeschränkt, denn außerhalb der Zellen liegt lediglich etwa 1 Prozent des körpereigenen Magnesiums, und der Serumwert ist als verlässlicher Anzeiger für den Gesamtbestand nicht bestätigt. Dazu kommt die Regelung über die Nieren, die einen Überschuss innerhalb von Tagen ausscheiden und bei knapper Zufuhr zurückhalten. Ein einzelnes Ergebnis beschreibt deshalb den Moment der Blutentnahme und nicht den Erfolg einer Einnahmegewohnheit.
Clara Lambracht
Über die Autorin
Clara Lambracht · Ernährungsexpertin

Clara Lambracht ist Ernährungsexpertin und schreibt über Vitamine, Mineralstoffe und einen alltagstauglichen Umgang mit Nährstoffmängeln. Ihr Anspruch: fundiert recherchiert, verständlich erklärt und frei von Marketing-Versprechen.