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Magnesium im Blutbild: warum der Wert dort fehlt und was er nicht zeigt

Magnesium steht weder im kleinen noch im großen Blutbild und muss eigens angefordert werden. Was MG bedeutet und welcher Bereich für welches Material gilt.

Clara Lambracht
Clara Lambracht
Ernährungsexpertin
· 15 Min. Lesezeit ·akt. 29. Oktober 2026
Grobe Magnesiumsalz-Kristalle und fein gemahlenes Magnesiumpulver in einer Holzschale auf hellem Putz
Worum es hier geht

Magnesium ist ein Mineralstoff, den der Körper mit der Nahrung aufnimmt und ganz überwiegend im Knochen und in der Muskulatur einlagert. Der Blutwert erfasst nur den schmalen Anteil, der gerade im Blut unterwegs ist, und sagt deshalb wenig über diesen Vorrat. Ein niedriges Ergebnis spricht dafür, dass auch der eng regulierte Anteil im Blut nicht mehr gehalten wird, ein hohes dafür, dass mehr Magnesium im Blut ankommt oder dort bleibt, als der Körper wieder abgibt. Bestimmt wird er aus einer Blutprobe, die eigens dafür angefordert werden muss, und steht auf dem Befund als MG in Millimol je Liter, abgekürzt mmol/l.

Auf einem Blutbild steht Magnesium nicht, auch nicht auf dem großen, weil ein Blutbild ausschließlich die Blutzellen zählt und ihren Farbstoff misst. Wer die Zahl haben möchte, spricht sie vor der Blutentnahme an, sonst läuft sie nicht mit, und als einzelne Bestimmung aus dem Serum kostet sie 2,68 Euro. Steht sie dann auf dem Ausdruck, meist unter der Kurzform MG, liegt die folgenreichste Verwechslung schon beim Probenmaterial: Eine Serumbestimmung bewegt sich zwischen 0,70 und 1,10 mmol/l, eine Vollblutbestimmung zwischen 1,28 und 1,69 mmol/l, und wer die eine Zahl am Bereich der anderen prüft, hält ein vollkommen unauffälliges Ergebnis für dramatisch erhöht. Der erste Blick auf einen Magnesium-Befund gehört deshalb der Zeile mit dem Probenmaterial und erst der zweite der Zahl selbst. Dass ein Ergebnis mitten im Bereich eine knappe Versorgung nicht ausschließt, kommt hinzu, weil nur rund 1 Prozent des körpereigenen Magnesiums überhaupt im Blutplasma unterwegs ist.

Steht Magnesium im großen Blutbild?

Nein, und auch im kleinen nicht, was einen großen Teil der Verwirrung an diesem Wert erklärt, weil viele Menschen mit einem unauffälligen Blutbild aus der Praxis gehen, ohne dass ihr Magnesium jemals bestimmt worden wäre. Ein Blutbild beschreibt die Blutzellen und ihren Farbstoff, sonst nichts. Das kleine Blutbild führt die roten Blutkörperchen, den Hämoglobingehalt, den Hämatokrit, die Erythrozytenindizes MCH, MCHC und MCV, die Verteilungsbreite der roten Zellen sowie die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen. Das Differentialblutbild schlüsselt die weißen Blutkörperchen nach ihren Untergruppen auf, also nach den neutrophilen, eosinophilen und basophilen Granulozyten sowie nach Monozyten und Lymphozyten, und das große Blutbild ist schlicht die Kombination aus diesen beiden.

Mineralstoffe tauchen in dieser Aufzählung nirgends auf, weil sie zu einer anderen Gruppe von Laborleistungen gehören. Bestimmt wird Magnesium aus 1 ml Serum, ersatzweise aus 2 ml EDTA-Blut oder aus 10 ml eines über vierundzwanzig Stunden gesammelten Urins, und die Anforderung steht auf dem Laborschein an einer eigenen Stelle. Auf dem Ausdruck findet sich der Wert entsprechend nicht in dem Block mit den Zellzahlen, sondern bei den Elektrolyten und den übrigen Bestimmungen aus dem Serum.

Wer auf einem älteren Befund nachsehen möchte, ob die Bestimmung damals überhaupt gelaufen ist, sucht deshalb nach der Kurzform MG und nicht nach dem ausgeschriebenen Wort, und gelegentlich steht an dieser Stelle auch die Schreibweise Mg2+. Findet sich keine der beiden, ist der Wert nicht erhoben worden, woran auch ein umfangreich wirkender Ausdruck nichts ändert.

Für die Praxis folgt daraus ein einziger Satz: Ein gutes Blutbild ist keine Auskunft über die Magnesiumversorgung, weil es diese Frage gar nicht gestellt hat, und wer die Zahl haben möchte, spricht sie vor der Blutentnahme an.

Warum ist ein normaler Magnesium-Blutwert kein Beweis für eine gute Versorgung?

Weil er einen kleinen und sehr gut bewachten Ausschnitt beschreibt. Von dem Magnesium, das ein erwachsener Körper mit sich führt, sitzen rund 60 Prozent im Knochen und weitere 35 Prozent in der Skelettmuskulatur, während lediglich etwa 1 Prozent im Blutplasma unterwegs ist und sich insgesamt 98 Prozent innerhalb der Zellen befinden.

Aus diesen Anteilen folgt unmittelbar, was die Bestimmung leisten kann. Sie misst den kleinen Teil außerhalb der Zellen, und zwar genau denjenigen, den der Organismus am nachdrücklichsten stabil hält. Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei, und der geladene Anteil im Blut gehört zu den Größen, die der Körper in engen Grenzen führt. Sinkt der Nachschub aus der Nahrung, greift er deshalb zunächst auf seine Depots zurück, und die Zahl im Blut bleibt unverändert. Das österreichische Gesundheitsportal zieht daraus den ausdrücklichen Schluss, dass sich eine knappe Versorgung aus dem Blutwert nur schwer feststellen lässt: Ein Ergebnis im Referenzbereich schließt sie weder aus noch bestätigt es sie.

Für einen Befund, der unauffällig aussieht, während die Beschwerden bleiben, hat die Zahl damit nur einen von mehreren möglichen Wegen geschlossen. Welche Anzeichen bei einer knappen Nährstoffversorgung überhaupt beschrieben werden, ordnet unser Artikel zu den Anzeichen eines Vitaminmangels ein; welche Ursachen speziell bei Magnesium in Betracht kommen, steht in unserer Übersicht zu Magnesiummangel mit Symptomen und Ursachen.

Umgekehrt gilt allerdings, dass ein deutlich niedriges Ergebnis durchaus etwas bedeutet. Wenn selbst der eng gehaltene Anteil im Blut nachgibt, ist das ein anderes Signal als ein Wert an der unteren Grenze, und Fachquellen nennen Konzentrationen unterhalb von etwa 0,5 mmol/l als die Schwelle, ab der sich üblicherweise überhaupt Beschwerden zeigen. Die Zahl ist damit nach unten hin aussagekräftiger als nach oben, was in der Beurteilung eines Befunds oft untergeht.

Was verschiebt den Magnesium-Blutwert im Röhrchen?

Der wichtigste Störfaktor entsteht zwischen dem Einstich und der Messung und hat mit dem Stoffwechsel nichts zu tun. Zerfallen rote Blutkörperchen in der Probe, ein Vorgang, den die Labormedizin als Hämolyse bezeichnet, geben sie ihren rund dreimal so magnesiumreichen Inhalt an die umgebende Flüssigkeit ab und heben damit das gemessene Ergebnis an.

Begünstigt wird das durch eine lang gestaute Vene bei der Blutentnahme, und medizinische Laboratorien nennen genau diese Kombination aus verlängerter Stauung und Hämolyse als Ursache falsch hoher Werte. Dazu kommt die Zeit zwischen Einstich und Verarbeitung: Das Leistungsverzeichnis der Labor Augsburg MVZ verlangt, die Probe innerhalb einer Stunde nach der Abnahme zu zentrifugieren, weil ein längeres Stehen ebenfalls zu falsch erhöhten Werten führt. Der Effekt läuft immer in dieselbe Richtung, was die Beurteilung erleichtert: Ein überraschend hohes Magnesium-Ergebnis ist zuerst ein Anlass, nach dem Weg der Probe zu fragen, während ein niedriges Ergebnis von dieser Störung nicht erklärt wird.

Ein zweiter Einfluss steckt in der Zusammensetzung des Serums selbst. Von dem Magnesium im Plasma liegen etwa 62 Prozent frei in geladener Form vor, rund 33 Prozent sind an Albumin gebunden und die übrigen 5 Prozent an andere Verbindungen. Die übliche Bestimmung misst alle drei Anteile zusammen, weshalb der ausgewiesene Wert mit dem Eiweißgehalt des Bluts mitwandert. Bei einem niedrigen Albuminspiegel fällt das Gesamtergebnis entsprechend niedriger aus, ohne dass sich am frei verfügbaren Anteil etwas geändert hätte.

Beim Calcium ist aus genau diesem Umstand eine eigene Rechnung geworden, weil dort knapp die Hälfte der Menge am Albumin hängt, wie unser Artikel dazu beschreibt, warum zwei Labore verschiedene Calciumwerte nennen. Beim Magnesium ist eine solche Korrektur in der Routine nicht vorgesehen, weshalb der Eiweißgehalt unausgesprochen im Ergebnis steckt. Bleibt ein hohes Ergebnis auch in einer sauber gewonnenen zweiten Probe bestehen, führt die Spur zur Niere, über die der Körper den Mineralstoff wieder abgibt, und der Befund wird dann zusammen mit den Nierenwerten gelesen.

Dazu kommt die Vorbereitung, denn eine Blutentnahme am Morgen in nüchternem Zustand ist bei Nährstoffwerten die verlässlichere Ausgangslage: Eine Mahlzeit kurz davor verschiebt die Zahlen, und der aufgenommene Anteil schwankt mit der Zusammensetzung des Essens, wie unser Artikel zu magnesiumreichen Lebensmitteln und ihren Portionen zeigt.

Serum, Vollblut oder ionisiert: warum zwei Befunde nicht vergleichbar sind

Weil die Verfahren verschiedene Dinge messen und deshalb auch verschiedene Referenzbereiche mitbringen. Die klassische Serumbestimmung untersucht die Flüssigkeit, die nach dem Abtrennen der Blutzellen übrig bleibt, und erfasst damit ausschließlich das Magnesium zwischen den Zellen. Die Vollblutbestimmung untersucht die Probe samt Zellen und erfasst zusätzlich das Magnesium innerhalb der roten Blutkörperchen, die davon etwa dreimal so viel enthalten wie die umgebende Flüssigkeit.

Serum oder Heparin-PlasmaHeparin- oder EDTA-Vollblutionisiertes Magnesium
Referenzbereich0,70 bis 1,10 mmol/l1,28 bis 1,69 mmol/l0,40 bis 0,68 mmol/l
erfasst wirdalles Magnesium außerhalb der Zellenzusätzlich das in den Blutzellennur der frei geladene Anteil
auf den Hämatokrit umgerechnetneinjanein
VerbreitungStandard auf Routinebefundenmeist SelbstzahlerleistungSpezialdiagnostik

Wer ein Vollblutergebnis von 1,45 mmol/l vor sich hat und es an dem Serumbereich prüft, den praktisch jede allgemeine Quelle veröffentlicht, landet weit oberhalb der Obergrenze und damit bei einem Fehlalarm, obwohl der Wert genau in der Mitte seines eigenen Bereichs liegt. Der Vergleich zweier eigener Befunde aus verschiedenen Jahren geht auf demselben Weg schief, sobald zwischendurch das Verfahren gewechselt hat.

Hinzu kommt beim Vollblut ein Rechenschritt, den die Serumbestimmung nicht kennt. Das Ergebnis wird auf den Hämatokrit umgerechnet, also auf den Anteil, den die Zellen am Blutvolumen ausmachen, weil ein zellreiches und ein zellarmes Blut sonst allein wegen dieser Zusammensetzung verschiedene Zahlen ergäben. Zwei Vollblutwerte sind untereinander damit vergleichbar, mit einem Serumwert aber auch nach dieser Korrektur nicht.

Welches Verfahren auf einem Befund landet, entscheidet in aller Regel keine bewusste Wahl: Die Serumbestimmung gehört zu dem Material, das ohnehin für zahlreiche andere Werte gewonnen wird, während die Vollblutbestimmung gezielt angefordert wird. Die Zeile mit dem Probenmaterial ist damit die wichtigste Angabe auf dem Ausdruck, noch vor der Zahl selbst.

Die dritte Spalte ist auf einem Routinebefund so gut wie nie zu finden und zielt trotzdem am genauesten auf das, was die beiden anderen umkreisen. Ionisiertes Magnesium bezeichnet den frei geladenen Anteil, also das Magnesium, das an kein Eiweiß gebunden ist, und eine Übersichtsarbeit im Journal of Nutrition hat 2023 aus 53 Untersuchungen an gesunden Teilnehmenden einen Bereich von 0,40 bis 0,68 mmol/l abgeleitet. Dass dieser Bereich überhaupt erst aus der vorhandenen Literatur zusammengetragen werden musste, sagt einiges über die Verbreitung des Verfahrens. Ob die Vollblutmessung ihrerseits die bessere Auskunft gibt, ist damit nicht beantwortet, denn medizinische Laboratorien halten die Serumbestimmung für die klinisch aussagekräftigere Größe, während Anbieter der Vollblutanalyse deren Nähe zum zellulären Anteil betonen.

Gibt es einen Test, der die Versorgung besser abbildet?

In der Routinediagnostik nicht, in der spezialisierten Diagnostik führen zwei Wege weiter als die Serumbestimmung, und beide sind deutlich aufwendiger. Der erste verlässt das Blut und schaut auf die Ausscheidung im Sammelurin über vierundzwanzig Stunden, was eine andere Frage beantwortet als der Blutwert, nämlich wie sparsam der Körper mit dem Mineralstoff gerade umgeht. Angegeben wird das Ergebnis nicht als Konzentration, sondern als Menge pro Tag, und die Labor Augsburg MVZ nennt dafür einen Bereich von 1,25 bis 8,40 mmol je 24 Stunden, womit die Spanne rund siebenmal so weit ist wie die im Serum.

Der zweite Weg baut darauf auf und wird als Retentionstest geführt. Dabei wird Magnesium unter ärztlicher Aufsicht verabreicht und die Ausscheidung im Sammelurin davor und danach verglichen, und Fachpublikationen für Ärztinnen und Ärzte nennen eine Wiederausscheidung von weniger als 60 Prozent als Hinweis darauf, dass der Körper zurückbehält, was er benötigt. Ein gefüllter Speicher gibt ein Angebot weiter, ein leerer nimmt es auf, und für den Alltag hat das Verfahren trotzdem wenig Bedeutung, weil es zwei vollständige Urinsammlungen, eine Infusion und einen Termin dazwischen erfordert.

Eine ehrliche Einschränkung bleibt bei allen Verfahren stehen. Weder das Serum noch das Vollblut noch der Urin erreicht Knochen oder Skelettmuskulatur, wo zusammen rund 95 Prozent des körpereigenen Magnesiums lagern, und die Beschreibung dessen, was jemand an sich bemerkt, wird von keiner dieser Zahlen ersetzt. Dass eine solche Lücke keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Blick auf einen anderen Nährstoff: Beim Folat steht neben der Bestimmung im Serum eine zweite Messung in den roten Blutkörperchen zur Verfügung, die statt der letzten Tage einen Zeitraum von Monaten abbildet, wie unser Artikel zum Folsäure-Wert und seinen zwei Messzeiträumen auseinanderlegt.

Welcher Magnesium-Blutwert gilt als normal?

Für Erwachsene liegen die gebräuchlichen Referenzbereiche eng beieinander und unterscheiden sich leicht nach Geschlecht, weil die zugrundeliegenden Stichproben das so hergegeben haben, und medizinische Laboratorien fassen die beiden Spannen in der Praxis häufig zu einem gemeinsamen Bereich zusammen.

GruppeReferenzbereich in mmol/lumgerechnet in mg/dl
Frauen0,77 bis 1,031,9 bis 2,5
Männer0,73 bis 1,061,8 bis 2,6
gemeinsame Laborspanne0,70 bis 1,101,7 bis 2,7
Schulkinder0,60 bis 0,951,5 bis 2,3
Kleinkinder0,48 bis 1,051,2 bis 2,6

Wie schmal die Spanne bei Erwachsenen ausfällt, ist kein Zufall der Messtechnik, sondern das Ergebnis einer sehr aktiven Regulierung, und das erklärt zugleich, warum der Wert bei den meisten Menschen unabhängig von der Ernährungslage im Bereich landet. Ein Befund aus dem Kinderalter lässt sich deshalb nicht an einer Erwachsenentabelle prüfen.

Die Farbmarkierung auf dem Ausdruck suggeriert dabei eine Schärfe, die ein Referenzbereich gar nicht besitzt, denn er ist ein statistisches Intervall und umfasst die mittleren 95 Prozent einer als gesund eingestuften Vergleichsgruppe. Ein Wert von 0,69 mmol/l neben einer gedruckten Untergrenze von 0,70 mmol/l unterscheidet sich biologisch nicht von einem Wert von 0,71 mmol/l, obwohl der eine markiert wird und der andere nicht. Welche vier verschiedenen Zahlen auf einem Befund unter demselben Wort laufen, legt unser Artikel zum Referenzbereich und seinen Grenzen im Einzelnen auseinander.

Wie wenig fest die Untergrenze tatsächlich ist, zeigt sich schon daran, dass Labore sie verschieden ziehen: 0,66, 0,70 und 0,75 mmol/l sind alle im Umlauf, sodass dieselbe Probe im einen Haus markiert wird und im nächsten nicht. Die Gesellschaft für Magnesium-Forschung hat 2021 in der Fachzeitschrift Magnesium Research eine einheitliche und an epidemiologischen Daten ausgerichtete Untergrenze von 0,85 mmol/l gefordert, also eine Grenze oberhalb aller drei gebräuchlichen Werte. Laborpraxis ist der Vorschlag bisher nicht, er erklärt aber, warum ein Ergebnis knapp über der gedruckten Grenze in der Fachdiskussion nicht als abschließend unauffällig gilt.

Was bedeutet die Abkürzung MG auf dem Befund?

MG ist die Abkürzung für Magnesium und geht auf das chemische Elementsymbol Mg zurück, und das österreichische Gesundheitsportal führt den Laborwert genau unter dieser Kurzform. Verwirrung stiftet weniger die Abkürzung selbst als ihre Nähe zu der klein geschriebenen Mengenangabe mg für Milligramm, wie sie auf einer Packung erscheint: Groß geschrieben steht MG für den gemessenen Stoff, wer beides in einer Zeile nebeneinander sieht, liest also eine Größe und keine Menge. Die Einheit dahinter ist auf deutschsprachigen Befunden fast immer Millimol je Liter, geschrieben als mmol/l und gelegentlich mit großem L, daneben begegnet Milligramm je Deziliter vor allem in älteren Unterlagen und in internationalen Quellen.

Die Umrechnung ist eine einzige Multiplikation. Ein Mol Magnesium wiegt 24,305 Gramm, woraus sich ergibt, dass 1 mmol/l genau 2,43 mg/dl entspricht, und in der Gegenrichtung wird durch 2,43 geteilt. Warum das zählt, zeigt ein Ergebnis von 2,1: In mg/dl ist das glatt unauffällig, in mmol/l liegt es weit oberhalb jedes gedruckten Bereichs, weshalb eine Zahl ohne ihre Einheit auf einem Befund nichts taugt.

Was kostet die Magnesium-Bestimmung im Serum und im Vollblut?

Die einzelne Bestimmung aus dem Serum gehört zu den günstigsten Positionen im Laborkatalog überhaupt. Die Gebührenordnung für Ärzte führt Magnesium unter der Ziffer 3621 mit 40 Punkten, woraus sich beim gebräuchlichen 1,15-fachen Satz ein Betrag von 2,68 Euro ergibt. Genau diesen Betrag nennen auch die veröffentlichten Selbstzahler-Listen von laborberlin.com und labor-muenster.de, sodass die Größenordnung als gesichert gelten kann.

Die Vollblutbestimmung liegt in einer anderen Größenordnung, und das überrascht viele, weil beide Male dasselbe Element gemessen wird. Die Preisliste von meindirektlabor.de für die Medizinischen Laboratorien Düsseldorf führt den Serumwert mit 2,68 Euro und Magnesium im Vollblut mit 27,49 Euro, also mit dem gut zehnfachen Betrag. Der Aufpreis bezahlt kein genaueres, sondern ein anderes Ergebnis, und wer ihn ausgibt, sollte vorher wissen, dass er dafür eine Zahl bekommt, die sich mit keinem früheren Serumwert vergleichen lässt.

Liegt eine ärztliche Begründung für die Serumbestimmung vor, wird sie über die Krankenkasse abgerechnet, ohne eine solche Begründung landet die Position auf einer Selbstzahlerrechnung. Bei diesem Preis lautet die eigentliche Frage nicht, ob man sich die Bestimmung leistet, sondern ob man aus ihr die richtige Information zieht.

Was aus dem eigenen Magnesium-Befund folgt

Der brauchbarste Umgang mit dieser Zahl besteht darin, sie in der richtigen Reihenfolge zu prüfen. Zuerst kommt die Frage, ob sie überhaupt auf dem Ausdruck steht, weil ein Blutbild sie nicht enthält und die Kurzform MG zwischen den übrigen Positionen leicht zu übersehen ist. Danach kommt das Probenmaterial, weil es entscheidet, welcher Referenzbereich gilt, und anschließend die Einheit, weil dieselbe Probe in mmol/l und in mg/dl wie zwei verschiedene Ergebnisse aussieht. Erst an vierter Stelle steht die Frage, wo die Zahl innerhalb ihres Bereichs liegt.

Wer mit einem unauffälligen Befund und anhaltenden Beschwerden dasitzt, hat keinen Fehler gemacht und auch keine Antwort erhalten, sondern eine Messung genutzt, die diese Frage nicht beantworten kann. Ein deutlich niedriges Ergebnis wiegt dagegen schwerer, weil dann auch der eng gehaltene Anteil nachgegeben hat, und es gehört zusammen mit dem übrigen Befund in die ärztliche Beurteilung.

Wer wissen möchte, ob eine Bestimmung im eigenen Fall überhaupt naheliegt, findet in unserem Selbsttest zur Nährstoffversorgung eine erste Einordnung, die den Arztbesuch vorbereitet und nicht ersetzt. Für die nächste Blutentnahme heißt das konkret: morgens und nüchtern, mit der Bitte um eine kurze Stauung und um eine zügige Verarbeitung der Probe, und mit dem Blick auf die Zeile mit dem Probenmaterial, sobald der Befund vorliegt. Welche Rolle die Darreichungsform für die Aufnahme spielt, sobald die Versorgung über das Essen hinaus zur Frage wird, beschreibt unser Artikel dazu, welches Magnesium am besten aufgenommen wird. Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei, und welcher Schritt im Einzelfall folgt, entscheidet sich am vollständigen Befund und nicht an einer einzelnen Zahl.

Wichtiger Hinweis
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Beschwerden ist die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll, bevor du dosierst.

Häufige Fragen

Kann der Magnesium-Blutwert normal sein, obwohl die Versorgung knapp ist?
Das ist möglich, und es ist der häufigste Grund für Verwirrung an diesem Wert. Nur etwa 1 Prozent des körpereigenen Magnesiums liegt im Blutplasma, während rund 60 Prozent im Knochen und weitere 35 Prozent in der Skelettmuskulatur sitzen. Sinkt der Nachschub aus der Nahrung, greift der Körper zunächst auf diese Depots zurück, und die Zahl im Blut bleibt dabei unverändert. Das österreichische Gesundheitsportal weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass sich eine knappe Versorgung aus dem Blutwert nur schwer feststellen lässt. Ein Ergebnis im Referenzbereich schließt sie also nicht aus und bestätigt sie auch nicht.
Welcher Magnesium-Blutwert gilt als normal?
Für Erwachsene nennen die gebräuchlichen Quellen einen Serumbereich von 0,73 bis 1,06 mmol/l für Männer und von 0,77 bis 1,03 mmol/l für Frauen, medizinische Laboratorien fassen das häufig zu einer gemeinsamen Spanne von 0,70 bis 1,10 mmol/l zusammen. Für Kleinkinder wird ein Bereich von 0,48 bis 1,05 mmol/l angegeben, für Schulkinder einer von 0,60 bis 0,95 mmol/l. Die Untergrenze ist dabei umstritten, weil sie je nach Labor bei 0,66, bei 0,70 oder bei 0,75 mmol/l gezogen wird; die Gesellschaft für Magnesium-Forschung hat 2021 in der Fachzeitschrift Magnesium Research eine einheitliche, an Daten ausgerichtete Untergrenze von 0,85 mmol/l gefordert. Maßgeblich bleibt für die Beurteilung eines Befunds trotzdem die Spalte, die neben dem eigenen Ergebnis steht, weil sie zum Messverfahren und zum Probenmaterial dieses Labors gehört.
Ist Magnesium im großen Blutbild enthalten?
Nein. Ein Blutbild erfasst die Blutzellen und den roten Blutfarbstoff: Das kleine Blutbild führt Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, die Erythrozytenindizes MCH, MCHC und MCV, die Verteilungsbreite der roten Zellen, Leukozyten und Thrombozyten. Das Differentialblutbild schlüsselt die weißen Blutkörperchen nach ihren Untergruppen auf, und das große Blutbild ist die Kombination aus beiden. Der Mineralstoff gehört zu den klinisch-chemischen Bestimmungen und wird aus dem Serum gewonnen, ersatzweise aus EDTA-Blut oder aus einem Sammelurin über vierundzwanzig Stunden. Er läuft deshalb nicht automatisch mit und muss vor der Blutentnahme eigens angefordert werden.
Warum liefert eine Vollblutmessung ganz andere Zahlen?
Weil sie etwas anderes erfasst. Die Serumbestimmung misst nur das Magnesium in der Flüssigkeit zwischen den Zellen, die Vollblutbestimmung misst zusätzlich das Magnesium innerhalb der Blutzellen, und rote Blutkörperchen enthalten rund dreimal so viel davon wie das Serum. Entsprechend liegt der Referenzbereich für Vollblut bei 1,28 bis 1,69 mmol/l und damit deutlich über dem Serumbereich, und das Labor rechnet das Ergebnis zusätzlich auf den Hämatokrit um, also auf den Anteil der Zellen am Blutvolumen. Ein Vollblutergebnis am Serumbereich zu messen ergibt ein scheinbar stark erhöhtes Resultat, obwohl der Wert völlig unauffällig ist. Als drittes Material gibt es in der Spezialdiagnostik das ionisierte Magnesium, also nur den frei geladenen Anteil, für den eine Übersichtsarbeit im Journal of Nutrition 2023 aus 53 Untersuchungen an gesunden Teilnehmenden einen Bereich von 0,40 bis 0,68 mmol/l abgeleitet hat.
Was verfälscht den Magnesium-Blutwert im Röhrchen?
Der wichtigste Störfaktor ist der Zerfall roter Blutkörperchen in der Probe, die sogenannte Hämolyse. Da die Zellen etwa dreimal so viel Magnesium enthalten wie das umgebende Serum, gibt jede zerfallene Zelle ihren Inhalt an die Flüssigkeit ab und hebt das gemessene Ergebnis an. Medizinische Laboratorien nennen deshalb ausdrücklich eine lang gestaute Vene in Verbindung mit Hämolyse als Ursache falsch hoher Werte. Ein unerwartet hohes Ergebnis ist damit zuerst ein Anlass, nach dem Weg der Probe zu fragen.
Gibt es einen Test, der die Magnesiumversorgung besser zeigt?
In der Routinediagnostik nicht, in der spezialisierten Diagnostik gibt es zwei Wege, die weiter reichen als die Serumbestimmung. Der eine ist die Messung im Sammelurin, die zeigt, wie viel Magnesium der Körper über die Niere abgibt. Der andere ist der Retentionstest, bei dem Magnesium ärztlich verabreicht und die Ausscheidung im Sammelurin davor und danach verglichen wird; Fachpublikationen für Ärztinnen und Ärzte nennen eine Wiederausscheidung von weniger als 60 Prozent als Hinweis auf eine knappe Versorgung. Beide Verfahren sind für die Routine zu aufwendig, und keines von beiden erreicht Knochen oder Muskulatur, wo der Vorrat tatsächlich liegt.
Was bedeutet die Abkürzung MG auf dem Laborbefund?
MG ist die Abkürzung für Magnesium und geht auf das chemische Elementsymbol Mg zurück. Das österreichische Gesundheitsportal führt den Wert genau unter dieser Kurzform, und auf deutschen Befunden erscheint daneben gelegentlich die Schreibweise Mg2+ für die geladene Form, in der der Mineralstoff im Blut vorliegt. Gemeint ist in allen Fällen dieselbe Bestimmung. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der Mengenangabe mg für Milligramm, die klein geschrieben wird und keine Laborgröße bezeichnet.
Wie rechnet man mmol/l in mg/dl um?
Ein Millimol Magnesium je Liter entspricht 2,43 Milligramm je Deziliter, weil ein Mol Magnesium 24,305 Gramm wiegt. Aus 0,73 mmol/l werden damit 1,8 mg/dl und aus 1,06 mmol/l werden 2,6 mg/dl, was genau den Grenzen entspricht, die deutschsprachige Quellen in beiden Einheiten nebeneinander veröffentlichen. In der Gegenrichtung wird durch 2,43 geteilt. Auf deutschen Befunden ist mmol/l die übliche Angabe, mg/dl begegnet einem vor allem in älteren Unterlagen und in internationalen Quellen.
Was kostet die Bestimmung des Magnesium-Werts?
Die einzelne Bestimmung aus dem Serum ist eine der günstigsten Laborleistungen überhaupt. Die Gebührenordnung für Ärzte führt sie unter der Ziffer 3621 mit 40 Punkten, was beim gebräuchlichen 1,15-fachen Satz 2,68 Euro ergibt, und genau diesen Betrag nennen auch die veröffentlichten Selbstzahler-Preislisten von laborberlin.com und labor-muenster.de. Die Bestimmung im Vollblut kostet ein Vielfaches davon: meindirektlabor.de führt sie für die Medizinischen Laboratorien Düsseldorf mit 27,49 Euro, während dieselbe Preisliste die Serumbestimmung mit 2,68 Euro ausweist. Liegt eine ärztliche Begründung vor, wird die Serumbestimmung über die Krankenkasse abgerechnet und der Betrag entfällt.
Clara Lambracht
Über die Autorin
Clara Lambracht · Ernährungsexpertin

Clara Lambracht ist Ernährungsexpertin und schreibt über Vitamine, Mineralstoffe und einen alltagstauglichen Umgang mit Nährstoffmängeln. Ihr Anspruch: fundiert recherchiert, verständlich erklärt und frei von Marketing-Versprechen.