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Brüchige Fingernägel: Wann ein Nährstoff die Ursache ist

Rund 20 Prozent der Bevölkerung haben brüchige Nägel, und eine innere Ursache ist dabei der seltene Fall. Was der Nagel über die letzten Monate verrät und welche Werte die Frage beantworten.

Clara Lambracht
Clara Lambracht
Ernährungsexpertin
· 13 Min. Lesezeit ·akt. 25. Oktober 2026
Angegessene Haferschale mit Kürbiskernen und Haselnüssen auf heller Arbeitsplatte, daneben ein Teller mit Hartkäse und einem halben Ei
Worum es hier geht

Der Fingernagel ist eine Platte aus harter Hornsubstanz, die in einer Hauttasche am Nagelfalz entsteht und von dort langsam nach vorn geschoben wird. Was oben sichtbar ist, wurde deshalb vor Wochen bis Monaten angelegt und beschreibt diese zurückliegende Zeit und nicht den heutigen Tag. Eine glatte und feste Platte spricht dafür, dass die Bildung in dieser Zeit ungestört lief, eine splitternde oder gerillte Platte dafür, dass etwas sie gestört hat. Am Nagel selbst wird dabei nichts gemessen; wer eine Ursache im Körper vermutet, kommt nur über Blutwerte weiter, die je nach Größe in Mikrogramm pro Liter oder in Mikromol pro Liter angegeben werden.

Bei brüchigen Fingernägeln liegt die Ursache nur selten im Blut. Die Österreichische Ärztezeitung beziffert den Anteil der Bevölkerung mit brüchigen Nägeln auf rund 20 Prozent, vor allem Frauen und ältere Menschen, und beschreibt eine innere Ursache dabei ausdrücklich als seltenen Fall, während Feuchtarbeit, Nagelkosmetika und mechanische Belastung den weit größeren Teil tragen. Die eigentliche Falle steckt im Zeitversatz: Ein Fingernagel wächst etwa drei Millimeter im Monat, die sichtbare Platte ist damit mehrere Monate alt, und ein Blutwert von heute beschreibt einen ganz anderen Zeitraum als der Nagel, der die Frage ausgelöst hat. Wer weiterkommen möchte, geht deshalb in umgekehrter Reihenfolge vor und sortiert zuerst die äußeren Belastungen der vergangenen Monate, bevor die Frage nach einem Laborzettel überhaupt gestellt wird.

Wie oft steckt hinter brüchigen Nägeln wirklich ein Mangel?

Seltener, als die Frage vermuten lässt, und für die Größenordnung gibt es eine belastbare Angabe aus der Fachpresse. Die Österreichische Ärztezeitung fasste 2019 den Stand für die dermatologische Praxis zusammen und nennt dort zweimal dieselbe Zahl: An brüchigen Nägeln leiden rund 20 Prozent der Bevölkerung, vor allem Frauen und ältere Menschen sind davon betroffen. Im selben Abschnitt steht der Satz, an dem die ganze Frage hängt, nämlich dass nur selten eine innere Ursache dahintersteckt.

Den größeren Teil tragen nach derselben Darstellung eine ungünstige Nagelpflege und äußere Einflüsse, und die Aufzählung ist konkret: Feuchtarbeit, mechanische Schädigungen, schädigende Einflüsse am Arbeitsplatz und Nagelkosmetika, wobei der Nagellackentferner eigens hervorgehoben wird. Was diese Einflüsse gemeinsam haben, ist der Wechsel zwischen Durchfeuchtung und Austrocknung, der die Schichten der Nagelplatte gegeneinander arbeiten lässt.

Daraus zieht Franz Trautinger von der Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Universitätsklinikum St. Pölten eine deutliche Empfehlung. Sie lautet, bei klinisch gesunden Patienten auf eine Durchuntersuchung zu verzichten und stattdessen die schädigenden Einflüsse zu identifizieren und auszuschalten. Für jemanden, der mit der Frage nach dem fehlenden Nährstoff ins Gespräch geht, ist das eine ungewohnte Auskunft, und sie spart in den meisten Fällen Zeit und Geld.

Was heißt brüchig genau, und warum ist der Unterschied wichtig?

Hinter dem Alltagswort stehen zwei verschiedene Befunde, die auch verschieden aussehen. Die Pharmazeutische Zeitung trennt sie so: Unter Onychoschisis versteht man eine Aufspaltung der Nagelplatte in horizontale, übereinander geschichtete Platten, während als Onychorrhexis eine abnorme Brüchigkeit der Nägel mit Aufsplitterung und Einreißen vom freien Nagelrand bezeichnet wird. Im ersten Fall blättert der Nagel also in Lagen ab, im zweiten reißt er längs vom vorderen Rand her ein.

Der Unterschied ist nicht nur ein Etikett, weil beide Formen unterschiedlich weit vorn entstehen. Die Aufspaltung in Lagen betrifft den vorderen, längst fertig gewachsenen Teil der Platte und entsteht dort durch das, was von außen auf sie einwirkt. Eine Brüchigkeit, die aus der Tiefe der Platte kommt, ist dagegen schon bei ihrer Bildung angelegt worden und verweist auf den Zeitraum, in dem dieser Abschnitt entstanden ist.

Praktisch heißt das, dass die Stelle des Schadens die erste Auskunft gibt. Wer den Nagel gegen das Licht hält und sieht, dass nur die vordersten Millimeter in Lagen aufgehen, während der Rest der Platte glatt und fest ist, hat einen Befund vor sich, der von außen kommt. Wer eine Veränderung findet, die aus dem Bereich nahe am Nagelfalz herauswächst, hat einen Anhaltspunkt für den Zeitraum, in dem etwas die Bildung gestört hat.

Warum zeigt der Nagel erst Monate später, was vorher war?

Weil die Platte nicht dort entsteht, wo sie sichtbar ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschreibt den Vorgang in seinen Patienteninformationen so, dass in der Matrix am Nagelfalz ständig neue Hornsubstanz entsteht, die sich an die Nagelplatte anlagert und den Nagel langsam vorschiebt. Die Nagelplatte besteht dabei vor allem aus dem harten Eiweiß Keratin und ist etwa einen halben Millimeter dick.

Das Tempo dieses Vorschubs ist gut dokumentiert und es ist der Schlüssel zu allem Weiteren. Fingernägel wachsen pro Monat etwa drei Millimeter, Zehennägel etwas weniger. Die Fachliteratur für Apothekenpersonal rechnet in der Praxis damit, dass in aller Regel drei Monate vergehen, bis ein Fingernagel vollständig neu gewachsen ist, und dass Fußnägel dafür sechs Monate bis zu einem Jahr brauchen.

Für die Frage nach einem fehlenden Nährstoff hat dieser Zeitversatz zwei Folgen, und beide gehen in dieselbe Richtung. Ein Blutwert, der heute abgenommen wird, beschreibt die Versorgung von heute und deckt sich zeitlich nicht mit dem Abschnitt der Platte, der gerade auffällt. Und eine Änderung, die jemand heute vornimmt, wird am Nagel frühestens nach einem Vierteljahr sichtbar, weshalb eine Bewertung nach zwei oder drei Wochen nichts aussagen kann.

Wie lässt sich eine Querrille auf einen Zeitpunkt zurückrechnen?

Über dieselben drei Millimeter im Monat, und das ist die nützlichste Rechnung, die dieses Thema hergibt. Eine Querrille, die über die ganze Breite des Nagels läuft, heißt in der Fachsprache Beau-Reil-Querfurche, und die Pharmazeutische Zeitung ordnet sie eindeutig zu: Solche Furchungen der Nagelplatte weisen auf eine zurückliegende Schädigung der Nagelmatrix hin. Die Österreichische Ärztezeitung beschreibt denselben Befund als Hinweis auf eine vorübergehend verlangsamte Bildung in der Matrix und nennt als Auslöser örtliche Verletzungen, Entzündungen im Nagelwall, vorübergehende Belastungen des ganzen Körpers und bestimmte Arzneimittel.

Weil die Furche an der Matrix entstanden ist und seither mitgewandert ist, verrät ihr Abstand vom Nagelfalz den Zeitpunkt. Die Rechnung dazu braucht nur ein Lineal: Der Abstand in Millimetern, geteilt durch drei, ergibt die Zahl der Monate. Eine Rille sechs Millimeter vor dem Nagelfalz gehört damit zu einem Ereignis vor etwa zwei Monaten, eine Rille zwei Millimeter davor zu den vergangenen drei Wochen.

Ebenso aufschlussreich ist die Frage, an wie vielen Nägeln die Rille steht und ob sie überall gleich weit vorn sitzt. Die Österreichische Ärztezeitung weist ausdrücklich darauf hin, dass bei der Abklärung nicht nur die Art der Veränderung beurteilt werden sollte, sondern auch, wie viele und welche Nägel betroffen sind. Eine einzelne Furche an einem Finger passt zu einer Verletzung genau dieses Nagels, während dieselbe Furche an allen zehn Nägeln auf denselben Monat zeigt und damit zu etwas gehört, das den ganzen Körper betraf.

Was bedeuten Längsrillen und weiße Flecken?

Beides wird regelmäßig als Mangelzeichen gelesen, und in beiden Fällen ist das die falsche Fährte. Für die feinen Längsriefen, die über die Länge des Nagels laufen, führt die Österreichische Ärztezeitung einen klaren Befund: Sie finden sich physiologisch mit zunehmendem Alter im Sinne einer altersbedingten Nagelatrophie. Wer also mit den Jahren mehr Längsstruktur im Nagel sieht, beobachtet denselben Vorgang, der die Haut dünner werden lässt.

Bei den weißen Flecken ist die Zuordnung noch deutlicher. Das Apothekenportal aponet.de hat dazu eine Hautärztin befragt und hält fest, dass die verbreitete Verbindung zu einem Mangel an Calcium, Eiweiß, Eisen oder B-Vitaminen ein Mythos ist. Tatsächlich treten die kleinen weißen Flecken auf, wenn die Nagelwurzel entzündet war oder verletzt wurde, etwa bei der Maniküre oder durch einen kleinen Stoß.

Die Erklärung dafür liegt in der Bauweise der Platte, und sie ist rein mechanisch. Ist die Nagelwurzel geschädigt, wachsen die Hornschichten an dieser Stelle nicht richtig zusammen, sodass kleine Hohlräume mit Lufteinschlüssen entstehen, und diese Lufteinschlüsse sehen von oben weiß aus. Sie wandern anschließend mit den bekannten drei Millimetern im Monat nach vorn und lassen sich am freien Rand irgendwann einfach abschneiden.

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Für welche Nährstoffe gibt es überhaupt eine zugelassene Angabe zu den Nägeln?

Die Antwort ist kurz und sie ordnet das Thema unerwartet klar. Unter den acht Nährstoffen, die auf dieser Seite behandelt werden, trägt genau einer eine zugelassene Angabe zu den Nägeln, und sie lautet wörtlich: Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei. Diese Formulierung stammt aus dem Verzeichnis der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben und gilt nur in genau diesem Wortlaut. Rechnet man den vollständigen Anhang der Verordnung durch und nicht nur diese acht, kommt zu den Nägeln allein Selen hinzu, während für die Haut sieben Nährstoffe geführt werden; diese Aufteilung über Haut, Haare und Nägel stellt unser Artikel zu den Vitaminen für die Haut in einer Übersicht dar.

Für Eisen sind sieben Angaben zugelassen, und keine davon betrifft die Nägel. Sie beziehen sich auf den Sauerstofftransport, die Bildung roter Blutkörperchen, den Energiestoffwechsel, die kognitive Funktion, das Immunsystem, die Zellteilung und die Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Dass Eisen in Gesprächen über Nägel trotzdem der meistgenannte Stoff ist, liegt an der Beobachtung bei einer bestimmten Nagelform und nicht an einer Angabe zu den Nägeln.

Diese Nagelform sind die Löffelnägel, also nach oben gemuldete Platten, und die Österreichische Ärztezeitung ordnet auch sie zurückhaltend ein. Sie treten üblicherweise ohne fassbaren Hintergrund auf und sind nur eher selten in Verbindung mit einer inneren Ursache zu finden. Biotin wiederum taucht in dieser Rechnung gar nicht auf, weil es nicht zu den acht hier geführten Nährstoffen gehört; was dazu untersucht wurde, ordnet unser Artikel zu den Vitaminen bei Haarausfall mitsamt der bekannten Störung von Laborwerten ein.

Wie gut ist die Zinkversorgung in Deutschland?

Sie ist im Durchschnitt besser als der Ruf des Themas, und die Zahlen dazu haben eine Besonderheit. Der Referenzwert für Zink ist nämlich nicht eine Zahl je Geschlecht, sondern hängt davon ab, wie viel Phytat die Ernährung mitbringt, also jene Substanz aus Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, die das Zink im Darm bindet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung staffelt die Werte für Erwachsene ab 19 Jahren deshalb in drei Stufen, Ableitungsstand 2019.

PhytatzufuhrReferenzwert für FrauenReferenzwert für Männer
niedrig7 Milligramm11 Milligramm
mittel8 Milligramm14 Milligramm
hoch10 Milligramm16 Milligramm

Zwischen der niedrigsten und der höchsten Stufe liegen bei Männern fünf Milligramm, und das ist mehr, als die meisten Einzelportionen überhaupt liefern. Für die eigene Einordnung heißt das, dass dieselbe Zufuhr bei überwiegend pflanzlicher Kost knapp sein kann und bei viel Fleisch, Käse und Eiern reichlich, ohne dass sich an der Zahl auf dem Teller etwas geändert hätte.

Gegen diese Staffel hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die tatsächliche Zufuhr aus der Nationalen Verzehrsstudie II, und die liegt bei Frauen bei 8 Milligramm am Tag und bei Männern bei 11 Milligramm. Weil der Verzehr von Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten hierzulande im Schnitt eher gering ausfällt, geht die Fachgesellschaft von einer niedrigen bis mittleren Phytatzufuhr aus und zieht daraus zwei Schlüsse: Frauen erreichen den Referenzwert im Durchschnitt, und ein Teil der Männer erreicht den Wert von 14 Milligramm bei angenommener mittlerer Phytatzufuhr nicht. Zur Einordnung gehört der Satz derselben Stelle, dass eine Zufuhr unterhalb des Referenzwerts nicht mit einem Mangel gleichzusetzen ist, sie jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine Unterversorgung vergrößert.

Wer die eigene Lage verschieben möchte, findet die ergiebigsten Quellen in Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eiern, auf der pflanzlichen Seite in Nüssen wie Cashew- und Pekannüssen sowie in Weizen- und Roggenkeimlingen. Nach oben hin gibt es ebenfalls eine Grenze, denn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat für Erwachsene eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge von 25 Milligramm abgeleitet, die nicht dauerhaft überschritten werden sollte. Über die Ernährung allein sind solche Mengen in aller Regel nicht zu erreichen.

Welche Blutwerte beantworten die Frage überhaupt?

Infrage kommt eine kurze Liste, und jeder dieser Werte hat eine Störgröße, ohne die er nicht zu lesen ist. Die folgende Übersicht nennt die Einheit, die häufigste Verzerrung und den Zeitpunkt, zu dem die Probe am wenigsten davon abbekommt.

WertEinheitWas ihn verschiebtGünstiger Zeitpunkt
FerritinMikrogramm pro Litersteigt bei einer Entzündung anaußerhalb eines akuten Infekts
CRPMilligramm pro Literordnet das Ferritin einin derselben Blutentnahme
Zink im SerumMikromol pro LiterTageszeit, letzte Mahlzeit, beschädigte Probemorgens und nüchtern
TransferrinsättigungProzentTagesrhythmus des Serumeisensmorgens

Die vierte Spalte ist der Grund, warum zwei Befunde derselben Person auseinanderlaufen können, ohne dass sich an der Versorgung etwas geändert hat. Ein Ferritin aus der Woche eines fieberhaften Infekts beschreibt vor allem diesen Infekt, weshalb der Begleitwert in dieselbe Blutentnahme gehört und nicht in eine spätere. Warum der Speicherwert in beide Richtungen missverständlich sein kann, führt unser Artikel zum Ferritin und dem Eisenspeicher aus, und was der gedruckte Bereich neben dem Ergebnis überhaupt beschreibt, ordnet unser Artikel zum Referenzbereich auf dem Laborbefund ein.

Was auf dieser Liste fehlt, ist ebenso aufschlussreich wie das, was darauf steht. Für die Hornsubstanz selbst gibt es keinen Laborwert, und es gibt auch keine Untersuchung, die aus dem Nagel heraus einen Versorgungszustand ablesen würde. Die Analyse von Haar- oder Nagelproben auf Mineralstoffe wird für diesen Zweck ausdrücklich nicht empfohlen, weil dieselbe Probe in zwei Laboren sehr verschiedene Zahlen ergeben kann.

Wann lohnt sich eine Blutuntersuchung, und wann nicht?

Sie lohnt sich, wenn neben dem Nagel noch etwas anderes dafür spricht, und sie lohnt sich nicht als erster Schritt. Diese Reihenfolge ist genau das, was die Empfehlung aus der dermatologischen Praxis meint, wenn sie bei klinisch gesunden Menschen zur Suche nach den schädigenden Einflüssen statt zur Durchuntersuchung rät. Ein einzelner auffälliger Nagel bei zehn unauffälligen spricht für etwas Örtliches, und dafür liefert kein Laborwert eine Erklärung.

Anders sieht es aus, wenn alle Nägel betroffen sind, wenn die Veränderung in einem überschaubaren Zeitraum neu aufgetreten ist oder wenn daneben weitere Beobachtungen stehen, die für sich genommen schon eine Frage wert wären. Dann liefert die Zusammenschau den Anlass, den eine einzelne Beobachtung am Nagel nicht hergibt, und dann werden auch die richtigen Werte gemeinsam bestimmt statt einer nach dem anderen. Wer vor einem solchen Gespräch sortieren möchte, welche Nährstoffe für die eigene Situation überhaupt infrage kommen, findet im Selbsttest zur Nährstoffversorgung eine erste Einordnung.

Für den Fall, dass am Ende tatsächlich die Versorgung im Raum steht, bleibt die Zuständigkeit dort, wo sie hingehört. Welche Anzeichen, Ursachen und Wege bei einer knappen Zinkversorgung beschrieben werden, führt unsere Übersicht zum Zinkmangel mit Symptomen und Ursachen aus, und sie ist der passende nächste Schritt für alles, was über den Nagel hinausgeht.

Womit die Suche nach der Ursache am besten anfängt

Der erste Schritt kostet nichts und dauert eine Viertelstunde, nämlich die vergangenen drei Monate auf Wasser, Reinigungsmittel und Nagellackentferner durchzugehen. Ein Umzug, eine Renovierung, ein neuer Arbeitsplatz mit häufigem Händewaschen oder eine Phase mit regelmäßiger Maniküre fallen dabei fast immer auf, und sie fallen zeitlich mit dem Abschnitt zusammen, der heute vorn am Nagel steht. Wer eine Querrille findet, kann den Zeitraum sogar auf den Monat genau eingrenzen und dann gezielt nachdenken, was damals war.

Der zweite Schritt ist eine Entscheidung über die Zeit und nicht über eine Zahl. Weil ein Fingernagel in aller Regel drei Monate für seine vollständige Erneuerung braucht, ist jede Änderung an der Belastung oder an der Ernährung erst nach diesem Zeitraum zu beurteilen, und zwar an dem Stück Platte, das zwischenzeitlich neu gewachsen ist. Wer nach drei Wochen zum Ergebnis kommt, dass nichts geholfen hat, hat lediglich zu früh hingesehen.

Der dritte Schritt ist das Gespräch, und er ist dann an der Reihe, wenn die ersten beiden nichts erklärt haben oder wenn neben dem Nagel weitere Beobachtungen stehen. Wer dorthin mit dem beobachteten Verlauf, der Zahl der betroffenen Nägel und den äußeren Belastungen der vergangenen Monate kommt, bringt das Material mit, aus dem sich die Frage nach einer Blutuntersuchung überhaupt erst beantworten lässt. Der Nagel bleibt dabei das, was er ist, nämlich ein langsames Protokoll der vergangenen Monate und kein Messgerät für den heutigen Tag.

Wichtiger Hinweis
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Beschwerden ist die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll, bevor du dosierst.

Häufige Fragen

Welcher Mangel steckt hinter brüchigen Fingernägeln?
In den meisten Fällen keiner. Die Österreichische Ärztezeitung beziffert den Anteil der Bevölkerung mit brüchigen Nägeln auf rund 20 Prozent und beschreibt eine innere Ursache dabei als den seltenen Fall, während Feuchtarbeit, mechanische Belastung, berufliche Einflüsse und Nagelkosmetika den weit größeren Teil tragen. Unter den Kosmetika wird der Nagellackentferner eigens hervorgehoben. Eine Blutuntersuchung beantwortet die Frage deshalb erst dann sinnvoll, wenn die äußeren Belastungen der vergangenen Monate durchgegangen sind.
Wie lange dauert es, bis sich an brüchigen Nägeln etwas ändert?
Ein Fingernagel wächst nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen etwa drei Millimeter im Monat, Zehennägel etwas weniger. Die Fachliteratur für Apothekenpersonal rechnet damit, dass in aller Regel drei Monate vergehen, bis ein Fingernagel vollständig neu gewachsen ist, und für Fußnägel mit sechs Monaten bis zu einem Jahr. Eine Änderung an der Belastung oder an der Ernährung ist deshalb frühestens nach diesem Zeitraum am Nagel abzulesen.
Sind Längsrillen in den Fingernägeln ein Zeichen für einen Mangel?
Mehrere feine Längsriefen gelten als normale Alterserscheinung. Die Österreichische Ärztezeitung führt sie ausdrücklich als physiologischen Befund mit zunehmendem Alter im Sinne einer altersbedingten Nagelatrophie auf. Sie unterscheiden sich damit grundlegend von einer einzelnen Querrille, die über die ganze Nagelbreite läuft und auf eine zurückliegende Störung der Nagelbildung hinweist.
Was bedeuten weiße Flecken auf den Fingernägeln?
Die Verbindung zwischen weißen Flecken und einem Mangel an Calcium, Eisen oder anderen Nährstoffen bezeichnet das Apothekenportal aponet.de mit Verweis auf eine Hautärztin als Mythos. Die Flecken entstehen, wenn die Nagelwurzel verletzt oder entzündet war und die Hornschichten dort nicht richtig zusammenwachsen, sodass kleine Hohlräume mit Lufteinschlüssen zurückbleiben. Sie wachsen mit der Platte nach vorn und lassen sich am freien Rand abschneiden.
Welche Blutwerte sind bei brüchigen Nägeln sinnvoll?
Infrage kommen vor allem der Eisenspeicherwert Ferritin, das begleitend bestimmte CRP und das Zink im Serum. Ferritin steigt bei einer Entzündung an und ist ohne den Begleitwert nicht zu beurteilen, das Serumzink schwankt mit der Tageszeit und der letzten Mahlzeit. Welche dieser Werte überhaupt sinnvoll sind, entscheidet sich im Gespräch in der Praxis und nicht am Nagel.
Gibt es für Zink eine zugelassene Angabe zu den Nägeln?
Ja, und sie lautet wörtlich: Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei. Unter den acht Nährstoffen, die diese Seite führt, ist Zink der einzige mit einer zugelassenen Angabe zu den Nägeln. Für Eisen sind sieben Angaben zugelassen, und keine davon betrifft die Nägel.
Reicht die Zinkzufuhr in Deutschland im Schnitt aus?
Nach der Nationalen Verzehrsstudie II liegt die mittlere Zufuhr bei Frauen bei 8 Milligramm am Tag und bei Männern bei 11 Milligramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ordnet das so ein, dass Frauen damit im Durchschnitt den Referenzwert bei niedriger bis mittlerer Phytatzufuhr erreichen, während ein Teil der Männer den Wert von 14 Milligramm bei angenommener mittlerer Phytatzufuhr nicht erreicht. Eine Zufuhr unterhalb des Referenzwerts ist dabei nicht mit einem Mangel gleichzusetzen.
Clara Lambracht
Über die Autorin
Clara Lambracht · Ernährungsexpertin

Clara Lambracht ist Ernährungsexpertin und schreibt über Vitamine, Mineralstoffe und einen alltagstauglichen Umgang mit Nährstoffmängeln. Ihr Anspruch: fundiert recherchiert, verständlich erklärt und frei von Marketing-Versprechen.