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Vitamin D einnehmen: morgens, abends oder zum Essen?

Ob die Tageszeit bei Vitamin D zählt, wie viel Fett in der Mahlzeit ausmacht und warum Behörden von großen Einzelgaben im Wochenabstand abraten.

Clara Lambracht
Clara Lambracht
Ernährungsexpertin
· 13 Min. Lesezeit
Angebrochenes Frühstück auf einem hellen Küchentisch mit Rührei, gebuttertem Vollkornbrot, einem kleinen braunen Tropffläschchen und einem Wasserglas im Vormittagslicht
Worum es hier geht

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper in der Haut unter Sonnenlicht selbst bildet und darüber hinaus über das Essen oder über ein Präparat aufnimmt. Weil es fettlöslich ist, legt der Körper einen Vorrat davon an, der über Wochen reicht und sich an einem einzelnen Tag nicht leert. Wie es um die Versorgung steht, zeigt im Blut eine Transportform mit dem Namen 25-OH-Vitamin D, bei der ein niedriger Wert für eine knappe Versorgung steht und ein hoher für einen gut gefüllten Vorrat. Gemessen wird dieser Wert in Nanogramm je Milliliter oder in Nanomol je Liter, während die Menge in einem Präparat in Mikrogramm oder in Internationalen Einheiten auf der Packung angegeben ist.

Die Frage nach der richtigen Uhrzeit ist von den drei Fragen, die bei der Einnahme eine Rolle spielen, die am wenigsten wichtige. Ein Unterschied zwischen Vormittag und Abend ist bisher nicht gemessen worden, ein Unterschied zwischen fettfreiem und fetthaltigem Essen dagegen sehr deutlich: Zwölf Stunden nach der Einnahme lag die im Blut gemessene Menge bei einem Frühstück mit Fett um 32 Prozent höher als bei einem fettfreien Frühstück, und in einer Praxisbeobachtung an Menschen, deren Blutwert trotz Präparat niedrig geblieben war, stieg er nach dem Wechsel auf die größte Mahlzeit des Tages im Mittel um 56,7 Prozent. Der teurere Fehler steht ohnehin nicht auf der Uhr, sondern auf der Packung, nämlich dort, wo eine große Einzelmenge alle sieben, zehn oder zwanzig Tage vorgesehen ist. Wer das Präparat zu der Mahlzeit einplant, die ohnehin Fett enthält, und zwar jeden Tag zur selben Gelegenheit, hat die beiden Hebel genutzt, die sich tatsächlich messen lassen.

Spielt die Tageszeit bei Vitamin D eine Rolle?

Nach dem derzeitigen Forschungsstand spielt sie keine messbare Rolle. Es gibt keine Untersuchung am Menschen, die eine Einnahme am Morgen gegen eine am Abend gestellt und dabei einen Unterschied im Blutwert gefunden hätte, und die Begründungen, die für die eine oder die andere Tageszeit genannt werden, stammen aus theoretischen Überlegungen statt aus Messungen.

Das klingt nach einer Nichtantwort und ist in Wahrheit die nützlichste Information des ganzen Themas, weil sie eine Hürde beseitigt. Eine feste Uhrzeit, die zum eigenen Tagesablauf nicht passt, führt dazu, dass die Einnahme häufiger vergessen wird, und die Regelmäßigkeit ist der Teil, der sich im Blutwert tatsächlich zeigt. Die bessere Frage lautet deshalb, zu welcher Gelegenheit die Einnahme zuverlässig gelingt, und für die meisten Menschen ist das eine Mahlzeit, die jeden Tag ohnehin stattfindet.

Warum macht die Uhrzeit so wenig aus?

Weil der Körper mit Zeiträumen von Wochen arbeitet und nicht mit Stunden. Die Transportform, die im Labor bestimmt wird, hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 15 Tagen, und der Vorrat im Fett- und Muskelgewebe wird noch langsamer abgebaut. Eine einzelne Portion verteilt sich damit über einen Zeitraum, neben dem eine Verschiebung um acht oder zehn Stunden nicht ins Gewicht fällt.

Dieselbe Trägheit erklärt, warum eine Kontrolle wenige Tage nach einer Umstellung nichts aussagt. In der Vergleichsuntersuchung zu den Einnahmeabständen, die weiter unten in der Tabelle steht, wurde der Blutwert erst nach vier Monaten erneut bestimmt, und auch das ist kein übervorsichtiger Abstand, sondern der Zeitraum, nach dem sich überhaupt etwas Stabiles ablesen lässt. Was der Laborwert im Einzelnen aussagt und ab welcher Zahl von einer knappen Versorgung gesprochen wird, führt unser Artikel zum Vitamin-D-Wert im Blut aus.

Wie viel macht Fett in der Mahlzeit aus?

Sehr viel, und das ist der am besten belegte Punkt des Themas. Eine Arbeitsgruppe um Bess Dawson-Hughes untersuchte 50 Personen ab 50 Jahren, die nach zwölf Stunden ohne Essen zufällig einem von drei Frühstücken zugeteilt wurden: einem fettfreien, einem mit 30 Prozent der Kalorien aus Fett mit niedrigem Verhältnis einfach zu mehrfach ungesättigter Fettsäuren und einem mit demselben Fettanteil bei umgekehrtem Verhältnis.

Zwölf Stunden nach der Einnahme lag die im Blutplasma gemessene Menge bei beiden fetthaltigen Frühstücken um 32 Prozent höher als bei dem fettfreien, nach zehn Stunden um 40 Prozent und nach vierzehn Stunden um 25 Prozent. Zwischen den beiden Fettarten zeigte sich dagegen kein Unterschied, was die praktische Folgerung angenehm kurz macht: Es kommt darauf an, dass überhaupt Fett dabei ist, und nicht darauf, welches.

Im Alltag ist diese Bedingung leichter erfüllt, als sie klingt. Ein Butterbrot, ein Ei, ein Joghurt, der nicht entrahmt ist, oder ein Schuss Olivenöl im Salat reichen dafür aus. Schwieriger wird es bei einer Einnahme morgens vor dem ersten Kaffee oder abends mehrere Stunden nach dem Essen, und genau dieser Zeitpunkt wird oft gewählt, weil er sich gut merken lässt.

Was ändert die größte Mahlzeit des Tages?

In einer Beobachtung aus der Praxis war der Unterschied noch größer. Guy Mulligan und Angelo Licata begleiteten 17 Personen, deren Blutwert trotz eines Präparats niedrig geblieben war, und änderten an der Einnahme nur eines: Das Präparat sollte künftig zur größten Mahlzeit des Tages genommen werden. Nach zwei bis drei Monaten lag der gemessene Wert im Mittel um 56,7 Prozent höher, bei einer Streuung von 36,7 Prozentpunkten zwischen den Einzelfällen.

Diese Zahl verdient zwei Einschränkungen, die in ihrer üblichen Wiedergabe meist fehlen. Es handelte sich um eine Auswertung bestehender Krankenakten ohne Vergleichsgruppe, und die Teilnehmenden waren gezielt danach ausgewählt, dass bei ihnen vorher etwas nicht funktioniert hatte. Beides spricht dafür, den Betrag von 56,7 Prozent als Hinweis auf die Richtung zu lesen und die 32 Prozent aus der kontrollierten Untersuchung als die belastbarere Größenordnung.

Für die Praxis laufen beide Befunde auf dieselbe Empfehlung hinaus, und sie kostet nichts. Die Portion gehört an die Mahlzeit, die am meisten Fett enthält, und bei den meisten Menschen ist das nicht das Frühstück.

Tropfen, Kapsel oder Tablette: ändert die Form etwas?

Ja, und zwar genau an diesem Punkt. Tropfen und Weichkapseln enthalten ein Öl als Trägerstoff und bringen das Fett damit selbst mit, sodass die Mahlzeit bei ihnen weniger ausmacht. Tabletten, Kautabletten und Fruchtgummis enthalten kein Öl, und bei ihnen ist eine fetthaltige Mahlzeit die deutlich bessere Gelegenheit.

Die Einnahme auf nüchternen Magen ist damit die ungünstigste Variante, wenn das Präparat trocken ist. Ein Zusammenhang mit der Magensäure, wie er bei manchen Mineralstoffen besteht, spielt hier keine Rolle, weil die Aufnahme im Dünndarm stattfindet und an die Fettverdauung gekoppelt ist. Wer ein trockenes Präparat ohne Essen schluckt, bekommt also nicht nichts, sondern messbar weniger als bei derselben Menge zum Essen.

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Täglich, wöchentlich oder monatlich einnehmen?

Die tägliche Einnahme einer kleineren Menge schneidet in der direkten Vergleichsuntersuchung am besten ab. Eine niederländische Arbeitsgruppe um Victor Chel verglich an älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen drei Zeitpläne mit rechnerisch gleicher Gesamtmenge und bestimmte den Blutwert nach vier Monaten erneut.

ZeitplanMenge je GabeBlutwert nach vier Monaten
jeden Tag600 IE69,9 nmol/l
jede Woche4.200 IE67,2 nmol/l
jeden Monat18.000 IE53,1 nmol/l

Der Ausgangswert lag im Mittel bei 25,0 nmol/l, und bei 98 von 100 Teilnehmenden unter 50 nmol/l. Der Abstand zwischen der täglichen und der wöchentlichen Gruppe ist klein genug, um im Alltag keine Rolle zu spielen, während die monatliche Gabe sichtbar zurückfällt. Je größer der Abstand zwischen zwei Portionen, desto mehr geht von der zugeführten Menge auf dem Weg verloren.

Dieses Bild ist allerdings nicht das einzige. Eine Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2023 wertete 116 kontrollierte Studien mit zusammen 11.376 Teilnehmenden aus und fand zwischen täglicher und seltenerer Einnahme keinen statistisch abgesicherten Unterschied, auch wenn die tägliche Variante in der Rangfolge vorne lag. Wer also aus praktischen Gründen bei einer wöchentlichen Einnahme bleibt, trifft nach dieser Auswertung keine schlechte Entscheidung. Die Spanne, über die das gilt, endet jedoch bei den Mengen, um die es im nächsten Abschnitt geht.

Was Behörden zu großen Einzelgaben festhalten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich im September 2025 erstmals eigens zu diesen Präparaten geäußert, und die Einschätzung fällt deutlich aus. In der Stellungnahme 31/2025 vom 3. September 2025 geht es um Produkte, bei denen eine große Einzelmenge im Abstand von Tagen oder Wochen vorgesehen ist, etwa 500 Mikrogramm alle 20 Tage.

Das Institut nennt dafür drei Gründe. Bei solchen Einzelgaben können im Blut Konzentrationen erreicht werden, die nach vorliegenden Studien mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, besonders bei Menschen, die ohnehin gut versorgt sind. In Untersuchungen mit sehr hohen Einzelgaben traten mehr Stürze und mehr Knochenbrüche auf, während andere Untersuchungen mit teils kleineren Mengen weder einen Schaden noch einen Nutzen fanden. Und schließlich steigt bei einem Einnahmeabstand von sieben, zehn oder zwanzig Tagen die Wahrscheinlichkeit, das Präparat versehentlich häufiger zu nehmen als vorgesehen.

Das Institut rät im Bedarfsfall zu einem Präparat mit kleinerer Menge je Portion, das an jedem Tag genommen wird. Als Höchstmenge je Tagesverzehrempfehlung eines Produkts schlägt es 20 Mikrogramm vor, was 800 Internationalen Einheiten entspricht. Davon zu unterscheiden ist die tolerierbare Gesamtzufuhr der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit von 100 Mikrogramm, die für Erwachsene und Kinder ab elf Jahren gilt und die Summe aus allen Quellen meint. Beide Zahlen beschreiben Produkte und Obergrenzen und sind keine Empfehlung an eine einzelne Person.

Was ist von Kombinationen mit Vitamin K2 bekannt?

Weniger, als die Verbreitung dieser Produkte vermuten lässt. Dieselbe Stellungnahme hält fest, dass sich keine Studien finden ließen, die die gesundheitlichen Folgen von 175 Mikrogramm im Abstand von sieben Tagen oder von 250 und 500 Mikrogramm zusammen mit 200 Mikrogramm Vitamin K2 in den vorgesehenen Abständen von zehn oder zwanzig Tagen untersucht hätten.

Das ist kein Befund über einen Schaden, sondern das Eingeständnis einer Lücke, und es betrifft ausgerechnet die Produktgruppe, die im Handel am auffälligsten beworben wird. Für die eigene Entscheidung heißt das, dass die Kombination als Argument für ein Präparat derzeit nichts hergibt, weil zu ihrer Wirkung in dieser Form nichts Belastbares vorliegt.

Stört eine Einnahme am Abend den Schlaf?

Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Die Vermutung stützt sich auf eine angenommene Gegenläufigkeit zur Melatoninbildung, also auf die Überlegung, dass eine Einnahme am Abend die Bildung des Botenstoffs zum ungünstigsten Zeitpunkt dämpfen könnte. Dieser Mechanismus ist in kontrollierten Untersuchungen am Menschen nie nachgewiesen worden.

Eine Auswertung an gesunden jungen und mittelalten Erwachsenen prüfte den Zusammenhang direkt und fand, dass die nächtliche Melatoninbildung nicht mit der im Blut gemessenen Menge zusammenhängt. Wer abends schlechter einschläft, nachdem er die Einnahme auf den Abend verlegt hat, sollte sie deshalb trotzdem verschieben dürfen, ohne dafür einen Beleg zu brauchen: Nach allem, was oben zur Tageszeit steht, kostet die Verschiebung nichts.

Was gilt, wenn weitere Präparate zur selben Zeit anstehen?

Für die meisten Kombinationen gilt nichts Besonderes, weil die Wege im Darm sich nicht überschneiden. Relevant werden Abstände vor allem bei Mineralstoffen untereinander, etwa bei Calcium neben Eisen oder bei Zink neben Kupfer, und diese Paare führt unser Artikel zu den Nährstoffen, die nicht zusammen eingenommen werden sollten im Einzelnen auf.

Die am häufigsten gestellte Kombinationsfrage betrifft Magnesium, und sie lässt sich entspannt beantworten, weil beide Nährstoffe auf unterschiedlichen Wegen aufgenommen werden. Was zum Zusammenspiel der beiden untersucht ist und wann ein Abstand trotzdem sinnvoll sein kann, steht in unserem Artikel zu Vitamin D und Magnesium.

Ändert sich an der Einnahme etwas zwischen Oktober und März?

An der Technik der Einnahme nichts, an ihrer Begründung einiges. Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien trägt die körpereigene Bildung in der Haut nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 80 bis 90 Prozent zur Versorgung bei, und von Oktober bis März ist die Sonneneinstrahlung in Deutschland dafür nicht stark genug. Über die Ernährung kommen hierzulande nur 2 bis 4 Mikrogramm am Tag zusammen, während der Schätzwert bei fehlender körpereigener Bildung bei 20 Mikrogramm liegt.

Den Winter überbrückt deshalb vor allem der Vorrat, der im Fett- und Muskelgewebe angelegt wurde, und dieser Vorrat entscheidet mit, wie weit der Blutwert im Februar abgesunken ist. Warum der Sommer dafür mehr zählt als der Oktober und ab wann die Eigenbildung wieder anläuft, beschreibt unser Artikel zum Vitamin-D-Mangel im Winter. Die Fachgesellschaft hält dabei fest, dass ein Präparat dann angezeigt ist, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und die anderen Quellen nicht ausreichen.

Welche Angaben zu Vitamin D zugelassen sind

Die Angaben, die in der Europäischen Union über diesen Nährstoff gemacht werden dürfen, sind festgelegt und gelten nur in ihrem genauen Wortlaut. Für Vitamin D sind es sieben:

  1. Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung
  2. Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei
  3. Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/Verwertung von Calcium und Phosphor bei
  4. Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  5. Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei
  6. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei
  7. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei

Diese sieben Formulierungen gelten für den Nährstoff und nicht für eine bestimmte Darreichungsform. Keine davon unterscheidet zwischen Tropfen und Tablette, zwischen morgens und abends oder zwischen täglicher und wöchentlicher Einnahme, und eine Packung darf für die eine Variante nichts in Aussicht stellen, was für die andere nicht ebenso gilt. Alles, was darüber hinausgeht, ist Forschungsstand und keine Zusage, und genau so ist es auch in diesem Artikel behandelt.

Was sich daraus für die eigene Einnahme ergibt

Die kürzeste brauchbare Regel aus allen Zahlen oben lautet, die Portion an eine Mahlzeit mit Fett zu hängen und sie dort zu lassen. Der gemessene Abstand von 32 Prozent zwischen fetthaltigem und fettfreiem Essen ist der einzige Hebel in diesem Thema, der sich an einem einzelnen Tag umsetzen lässt und der sich im Blutwert zeigt. Welche Mahlzeit das ist, entscheidet der eigene Tagesablauf, und wenn abends mehr Fett auf dem Teller liegt als morgens, ist der Abend die bessere Wahl.

Der zweite Punkt betrifft den Abstand zwischen den Portionen. Kleine Mengen an jedem Tag sind die Variante mit der breitesten Rückendeckung, große Einzelmengen im Abstand von Wochen die Variante, von der eine deutsche Behörde seit September 2025 ausdrücklich abrät. Zwischen diesen beiden Polen liegt die wöchentliche Einnahme, die nach der Studienlage vertretbar bleibt, solange die Menge je Gabe im üblichen Rahmen bleibt.

Bleibt die Frage, die vor dem Regal eigentlich steht und die kein Einnahmeplan beantwortet, nämlich ob überhaupt etwas fehlt. Zwischen Oktober und März liegt die Eigenbildung still, und ob der eigene Vorrat die Lücke trägt, lässt sich nur messen und nicht spüren. Eine erste Einordnung der eigenen Versorgungslage gibt der Selbsttest zur Nährstoffversorgung in wenigen Minuten, und was eine zu knappe Versorgung im Einzelnen bedeutet, steht auf unserer Seite zum Vitamin-D-Mangel.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Angaben zur körpereigenen Bildung von 80 bis 90 Prozent, zu den Monaten Oktober bis März, zur Speicherung im Fett- und Muskelgewebe, zur Zufuhr von 2 bis 4 Mikrogramm über die Ernährung, zum Schätzwert von 20 Mikrogramm sowie der Hinweis auf eine nachgewiesene unzureichende Versorgung stammen aus den ausgewählten Fragen und Antworten zu Vitamin D der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die tolerierbare Gesamtzufuhr von 100 Mikrogramm stammt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Die Aussagen zu Einzelgaben im Abstand von Tagen oder Wochen, die Beispielmenge von 500 Mikrogramm alle 20 Tage, die Hinweise auf Stürze, Knochenbrüche und Einnahmefehler, der Höchstmengenvorschlag von 20 Mikrogramm je Tagesverzehrempfehlung und die fehlenden Untersuchungen zu den Kombinationen mit Vitamin K2 stammen aus der Stellungnahme 31/2025 des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 3. September 2025, geändert am 29. Oktober 2025. Die Werte von 32, 40 und 25 Prozent zum Fettanteil der Mahlzeit stammen aus Dawson-Hughes und Mitarbeitenden, Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, Band 115, Seiten 225 bis 230. Die 56,7 Prozent zur größten Mahlzeit des Tages stammen aus Mulligan und Licata, Journal of Bone and Mineral Research, Band 25, Seiten 928 bis 930. Der Vergleich der drei Zeitpläne stammt aus Chel und Mitarbeitenden, Osteoporosis International, Band 19. Die Auswertung aus 116 kontrollierten Studien mit 11.376 Teilnehmenden ist eine Bayessche Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2023. Die Halbwertszeit von etwa 15 Tagen und die langsamere Freisetzung aus dem Fettgewebe folgen der physiologischen Übersichtsliteratur. Die zugelassenen Angaben folgen der Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Wichtiger Hinweis
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Beschwerden ist die Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll, bevor du dosierst.

Häufige Fragen

Wann sollte man Vitamin D einnehmen?
Zu einer Mahlzeit, die Fett enthält, und zwar zu derselben Gelegenheit an jedem Tag. In einer Untersuchung an 50 Personen lag die im Blut gemessene Menge zwölf Stunden nach der Einnahme um 32 Prozent höher, wenn das Frühstück Fett enthielt, verglichen mit einem fettfreien Frühstück. Für einen Unterschied zwischen Vormittag und Abend gibt es dagegen keine vergleichbaren Messungen.
Vitamin D morgens oder abends: was ist besser?
Nach dem derzeitigen Stand macht die Tageszeit keinen messbaren Unterschied. Die Transportform im Blut hat eine Halbwertszeit von rund zwei Wochen, und der Körper legt zusätzlich einen Vorrat im Fett- und Muskelgewebe an. Eine einzelne Portion verteilt sich damit über einen Zeitraum, in dem eine Verschiebung um ein paar Stunden nicht ins Gewicht fällt.
Muss Vitamin D zum Essen eingenommen werden?
Bei Tabletten, Kautabletten und Fruchtgummis ist eine Mahlzeit mit Fett die bessere Gelegenheit, weil das Präparat selbst kein Fett mitbringt. Tropfen und Weichkapseln enthalten bereits Öl als Trägerstoff, sodass die Mahlzeit dort weniger ausmacht. In beiden Fällen schadet die Einnahme zum Essen nicht.
Ist es besser, Vitamin D täglich oder wöchentlich einzunehmen?
Die tägliche Einnahme einer kleineren Menge ist die Variante, zu der Behörden in Deutschland raten. In einer Vergleichsuntersuchung an älteren Menschen lag der Blutwert nach vier Monaten bei täglicher Einnahme am höchsten, bei wöchentlicher knapp darunter und bei monatlicher deutlich darunter. Eine Netzwerk-Metaanalyse aus 116 kontrollierten Studien fand zwischen täglicher und seltenerer Einnahme dagegen keinen statistisch abgesicherten Unterschied.
Stört Vitamin D am Abend den Schlaf?
Belastbare Belege dafür gibt es nicht. Die Vermutung geht auf eine angenommene Gegenläufigkeit zur Melatoninbildung zurück, die in kontrollierten Untersuchungen am Menschen nicht bestätigt wurde. Eine Auswertung an gesunden jungen Erwachsenen fand keinen Zusammenhang zwischen der nächtlichen Melatoninbildung und dem Vitamin-D-Wert im Blut.
Wie viel Vitamin D darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt als Höchstmenge 20 Mikrogramm je Tagesverzehrempfehlung eines Produkts vor, was 800 Internationalen Einheiten entspricht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt 100 Mikrogramm als tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene und Kinder ab elf Jahren. Die erste Zahl beschreibt ein einzelnes Produkt, die zweite die Summe aus allen Quellen.
Sollte man Vitamin D zusammen mit Vitamin K2 einnehmen?
Zu den hochdosierten Kombinationspräparaten, die im Handel sind, fehlen Untersuchungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält in seiner Stellungnahme vom September 2025 fest, dass es keine Studien zu den gesundheitlichen Folgen solcher Kombinationen in den vorgesehenen Einnahmeabständen finden konnte. Was daraus folgt, ist derzeit unbekannt.
Wie lange dauert es, bis sich der Vitamin-D-Wert ändert?
Mehrere Wochen bis Monate. Die Transportform im Blut hat eine Halbwertszeit von etwa 15 Tagen, der Vorrat im Fettgewebe leert sich noch langsamer. In der Vergleichsuntersuchung zu den Einnahmeabständen wurde der Blutwert deshalb erst nach vier Monaten erneut bestimmt.
Clara Lambracht
Über die Autorin
Clara Lambracht · Ernährungsexpertin

Clara Lambracht ist Ernährungsexpertin und schreibt über Vitamine, Mineralstoffe und einen alltagstauglichen Umgang mit Nährstoffmängeln. Ihr Anspruch: fundiert recherchiert, verständlich erklärt und frei von Marketing-Versprechen.